2,03-mal unsere Erde

von Inken.

Bula_Zug2,03-mal unsere Erde würden wir brauchen, hätte jeder Mensch auf der Erde meine Lebensweise. Das sagt mir der WWF Rechner für meinen Kohlenstoffdioxidverbrauch. Ob ich dem Glauben schenken möchte oder auch nicht, fest steht, dass wir in Europa über unseren Verhältnissen leben, was bedeutet, dass wir mehr Ressourcen benutzen als zur Verfügung stehen.

Nachhaltigkeit: Ein Modewort?

Auf der letzten Landesversammlung haben wir beschlossen, uns im Landesverband im kommenden Jahr mehr mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu beschäftigen. Beide Themen sind eng miteinander verknüpft. Insbesondere „Nachhaltigkeit“ scheint jedoch ein Modewort zu sein, das oftmals verwendet wird, ohne genau zu wissen, was es eigentlich bedeutet. Natürlich haben wir alle schon mal gelesen, dass das Öl knapp wird, es immer wärmer wird auf der Erde, Wälder abgeholzt werden und Menschen für wenig Geld unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen, nur damit wir neue Jeans tragen können. Selbst-verständlich findet das jeder, der davon liest oder hört, auch schrecklich. Aber sie wirken wie leere Phrasen, die nichts mit uns zu tun haben weit weg von uns.

Eine kleine Küche in einem georgischen Dorf

Für mich war der Punkt, an dem ich verstanden habe, dass wir in einem „global village“ wohnen und alles was wir tun, Auswirkungen auf so viele andere Menschen hat, in einer kleinen Küche in einem georgischen Dorf. Ich wollte mir von meinem damaligen Nachbarn, einem alten Mann, nur kurz etwas ausleihen, da hat er mich hereingebeten auf ein, zwei Gläschen Wein. Ich setzte mich zu ihm und trank mit ihm, da wurde er trübselig und begann zu erzählen: Er habe nicht viele Leute in dem Dorf, die er kenne. Er sei vor 10 Jahren umgezogen oder vielmehr umgezogen worden. Eine Schlammlawine hat sein Dorf überrollt. Jetzt existiert es nicht mehr und die Regierung hat ihn ganz wahllos 300km weiter in dieses Dorf umgesiedelt. „Uzchro“ Ausländer, meinte er, seien wir beide und die 300km in seine alte Heimat hat er sich von seiner kleinen Rente nie leisten können.

Der Klimawandel betrifft die, die am wenigsten dazu beitragen

Das von Zeit zu Zeit solche Dinge geschehen, mag normal sein, aber Phänomene dieser Art treten in Georgien immer öfter auf. Ernten werden durch Hagel zerstört oder Wirbelstürme zerstören gerade die Häuser derjenigen, die sowieso schon nicht viel haben. Wenn man die Leute auf dem georgischen Dorf fragt, ob sie vom Klimawandel schon gehört hätten, ist Kopfschütteln die Antwort, aber die Auswirkungen merken die Leute, die vom Land und mit der Natur leben allemal.
So habe ich für mich entschieden, dass ich mich bemühen möchte so zu leben, dass mein Leben möglichst wenig negativen Einfluss auf das von anderen Menschen hat, egal wo auf der Welt sie leben. Dass das nicht immer einfach ist und auch nicht immer gelingt, ist klar. Ich möchte jedoch positiv in die Welt schauen und sehen, was ich erreichen kann und nicht vor dem riesigen Berg scheitern. Pfadfinder sein ist ein großer Bestandteil meines Lebens und nun stellt sich die Frage, was kann ich und was können wir tun, damit wir auch das Pfad-finden nachhaltig gestalten können?

Nachhaltig pfadfinden.

BdP Bundeslager Seitenweit

BdP Bundeslager Seitenweit

Wir Pfadfinder haben mit unserem Versprechen abgelegt, dass wir die Natur achten und helfen wollen sie zu erhalten. Doch wie wollen wir das auf Fahrten, in Lagern und in unserer Stammesarbeit umsetzten? Dass wir auf Fahrt keinen Müll hinterlassen, ist selbstverständlich, aber vielleicht sollten wir versuchen weiter zu denken, um den Klimaschutz voranzutreiben. Und da ist nicht nur der Stammesführer gefragt, sondern auch jeder Sippenführer, Sippling und Wölfling. Wir sind in einem Bund, der uns dazu auffordert mitzugestalten, und genau das haben wir uns für das nächste Jahr vorgenommen.
Dass nachhaltig soziales Handeln bei den Pfadfindern möglich ist, hat die letzte Bundesversammlung bewiesen und unsere Kluften gehen mit gutem Beispiel voran. Sie werden zukünftig aus fairem Handel bezogen. Vielleicht auch eine Möglichkeit für euer Stammes T-Shirt?
Wir, der Arbeitskreis zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz, haben uns schon in diesem Jahr mit ein paar Leuten zusammengesetzt und Ideen gesammelt, was wir ändern und wie wir das umsetzten möchten. Hier schon mal ein paar der Ideen:

Tipps für nachhaltiges Reisen

Mit den Pfadfindern sind wir ständig unterwegs. Fast jedes Wochenende an einem anderen Ort und in den Sommerferien geht die Fahrt dann auch schon mal ins Ausland. Bei all diesen Fahrten wird CO2 ausgestoßen und dieses Gas ist hauptverantwortlich für den Klimawandel. Aber wollen wir darauf verzichten und Pfadfinden demnächst von zu Hause aus betreiben? Über Facebook sehen wir doch sowieso, was die anderen so machen? Wir wollen natürlich trotzdem aktiv bleiben und gemeinsam auf Fahrt gehen, deshalb wollen wir es uns nicht nehmen lassen, uns weiterhin zu treffen. Und, dass eine Fahrt auch mal ins Ausland geht, gehört auch einfach dazu! Jedoch können wir versuchen auf das Auto zu verzichten oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Außerdem besteht noch die Möglichkeit der CO2-Kompensation. Dabei wird für die Menge an CO2 die verbraucht wurde Geld an eine Organi-sation gezahlt, die dann eine Ausgleichsmaßnahme für das klimaschädliche Gas macht. Was genau so eine Ausgleichsmaßnahme sein kann, ist sehr unterschiedlich. So wird zum Beispiel in Ländern, in denen auf dem Feuer gekocht wird, die Bevölkerung beim Bau oder Kauf von effizienteren Öfen unterstützt, damit weniger Holz verbraucht und somit weniger Wälder abgeholzt werden müssen. „Täglich neue Katastrophen, täglich abgepacktes Leid, nichts dafür von meiner Zeit!“

Tipps für nachhaltiges Kochen auf Fahrt

Bula BusWir reisen nicht nur selbst weit, auch unsere Lebensmittel haben oft schon einen weiten Weg hinter sich, bis sie auf Lager oder Fahrt bei uns im Koschi landen. Das Kaffee Fairtrade und Bio ist, ist für viele schon selbstverständlich, aber wo der Apfel im Frühling herkommt, darüber machen wir uns wenig Gedanken. Skandale über Massentierhaltung und Schlachtereien sind immer wieder in den Medien. Essen muss aber nicht nur negativ besetzt sein. Wir wollen uns gemeinsam mit euch die drängenden Fragen stellen: Woher kommt unser Essen und wer hat es produziert? Dass das auch Spaß machen kann, zeigen wir im nächsten Jahr auf dem Küchenseminar!

Und das ist nur der Anfang von nachhaltiger Pfadfinderei. Wo kommt der Strom im Stam-mesheim her? Was können wir machen um unser Stammesheim besser in die Natur einzu-binden?
Ihr seht, wir haben uns eine Menge vorgenommen und wenn du auch Ideen hast, dann bring dich ein und schreib uns an nachaltigkeit[at]nds.pfadfinden.de


Maria Venus sagt:
„Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet für mich in erster Linie, sich über sein Handeln und dessen Auswirkungen im Klaren zu sein. Brauch ich das neue Smartphone? Erdbeeren im Winter? Jutebeutel statt Plastiktüte! „Die Starken in Groß und die Schwachen in klein“ aber jeder auf seine Art und Weise und mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen Nachhaltigkeit ist Einstellungs- und Gewöhnungssache ein bisschen also, wie das Pfadfinder sein.“

Sarina Brauer sagt:

„Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet für mich, in meinem täglichen Leben bewusst darauf zu achten, die ressourcenschonenden und energiesparenden Alternativen zu wählen. Nicht immer ist das ganz einfach und nicht unbedingt bequem. Deshalb ist es umso wichtiger, sich über die Konsequenzen seines Handelns bewusst zu werden. Das motiviert, sich für eine nachhaltigere Gesellschaft einzusetzen!“

Christopher Hamp sagt:

„Mit dem Jahresthema Nachhaltigkeit möchte ich ein langfristiges Umdenken bei uns im BdP erreichen, hin zu einem bewussten und wertschätzenden Umgang mit endlichen Ressourcen.“

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