Ein Stamm, zwei Stämme, ein Horst: Die Geschichte der Weißen Kohte

Die Geschichte der Weißen Kohte

von daddy (Frank Helmut)
(c) Tom Rosenthal

(c) Tom Rosenthal

Daddy war als Pfadfinder und Schulleiter des Gymnasiums Kreuzheide an der Entstehung der Pfadfindergruppen in Wolfsburg von Anfang an beteiligt. Er gibt uns neben einem kurzen historischen Überblick (siehe Kasten) in diesem Interview auch einen persönlichen Einblick, wie er die Geschichte der Weißen Kohte erlebt hat.

 

laru: Daddy, wie war es für dich eine Doppelrolle als Pfadfinder und Schulleiter zu haben? Und wie bist du eigentlich zu deinem Pfadfindernamen „Daddy“ gekommen?

Daddy: Für mich war das nicht schwierig, wohl aber für die Mitglieder, die Schüler von mir waren. Die Ältesten von ihnen waren knapp 14 Jahre alt und deshalb hat die Runde der Sippenführer den Pfadi-Namen „daddy” für mich erfunden, der sich rasch eingebürgert hat – auch bundesweit.

Die Waldläufer-AG fand auf dem Schulgelände und drum herum statt. Wie war es mit den Gruppenstunden? Wo habt ihr euch als Pfadfinder getroffen?

Ein Heim gab es zunächst nicht. Wir trafen uns weiterhin in Schulräumen oder in Kellern. Von einem aufgelösten BDP-Stamm erbten wir dann drei Kohten, schwarze natürlich, und ein Alex-Rundzelt und gingen damit auf Lager und Fahrt.

Die ersten Zelte waren also schwarz. Wie kam es denn dazu, dass ihr auf weiße Zelte gewechselt habt?

Wir machten eine Fahrt nach Samsö, einer dänischen Insel. Dort merkten wir: An den vielen warmen Tagen war es sehr heiß in den schwarzen Kohten. Im weißen Rundzelt war es kühler und angenehmer. Und an Regentagen, auch die gab es, war es in den Kohten auch nicht so lustig wie nebenan im „Alex“. Als Folge bestellten wir die ersten weißen Kohten, denn die gab damals überhaupt nirgendwo, später die erste weiße Jurte. Deshalb nannten wir uns „Stamm Weiße Kohte“ und später dann „Horst Weiße Kohte“.

Der Stamm Weiße Kohte teilte sich dann in zwei neue Stämme auf. War das für euch eine leichte Entscheidung oder gab es doch ein wenig Trennungsschmerz?

Meiner Erinnerung nach gab es den nicht. Ich war bei „Ulenspegel”, für uns war die Namensfindung leicht. Felix, meine Frau, war Akela bei dem anderen Stamm, den die R/Rs gern „Che Guevara” genannt hätten, das ging aber nun gar nicht. Dann waren aber alle mit „Ougenweide”, der Name einer Folkmusikgruppe, einverstanden.

Haben die beiden Stämme dennoch viele gemeinsame Aktionen, Lager veranstaltet?

Ja, es gab Horstlager zu Pfingsten, gemeinsame Gruppenleiterfahrten sowie Sommerlager mit beiden Meuten. Die Sommerfahrten der Pfadfinder waren allerdings getrennt.

Nach 15 Jahren waren die Mitgliederzahlen der beiden Stämme so weit gesunken, dass ein Zusammenschluss zu dem Stamm Ikarus erfolgte. War das eine freudige Wiedervereinigung für euch? Hat sich dadurch etwas geändert?

Für mich schon, da ich mich aber aus der aktiven Arbeit im Stamm herausgelöst und inzwischen eine Meute bei der „Weißen Rose” aufgebaut hatte. Geändert hat sich in der Folge, dass der neue gemeinsame Stamm „Ikarus” seitdem mit der „Weißen Rose” viel und gut zusammenarbeitet.

Vor drei Jahren feierte der Horst Weiße Kohte nun das 45-jährige Jubiläum. Die Weiße Kohte hat eine aufregende Vergangenheit. Was wünscht du dir für die Zukunft der Pfadfinderei in Wolfsburg?

Viele aktive und initiative Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter. Dann wird es auch in Wolfsburg wieder reichlich BdP-Pfadfinderinnen und Pfadfinder geben.

Vielen Dank für das Interview. 

(c) Tom Rosenthal

(c) Tom Rosenthal

1967 – Gründung einer Waldläufer-AG am Gymnasium Kreuzheide in Wolfsburg. Es entsteht die Aufbaugruppe Blauer Reiter und die Mädchengruppe Nomaden (Bund Deutscher Pfadfinderinnen), die zusammen den Stamm Weiße Kohte bilden.

1971 – Die Aufbaugruppe Blauer Reiter schließt sich dem neu gegründeten Bund der Pfadfinder an.

1976 – Der Bund der Pfadfinder schließt sich mit dem Bund Deutscher Pfadfinderinnen zum Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder zusammen.

1977 – Der Stamm Weiße Kohte bekommt von der Stadt Wolfsburg das ehemalige Müllerhaus neben der Kästorfer Bockwindmühle als Pfadfinderheim gestellt.

1979 – Auf der Stammesvollversammlung wird beschlossen den Stamm Weiße Kohte aufgrund der hohen Mitgliederzahl in zwei Stämme zu teilen. Es entstehen die Stämme Ulenspegel und Ougenweide.

1984 – Gründung des Stammes Weiße Rose.

1994 – Sinkende Mitgliederzahlen sorgen für den Zusammenschluss der Stämme Ulenspegel und Ougenweide zu dem heutigen Stamm Ikarus.

2012 – Der Horst Weiße Kohte feiert 45-jähriges Jubiläum.

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