Mach es dir gemütlich und schließe deine Augen

Eine Traumreise.

Von Lisa.
(c) Robert Abel

(c) Robert Abel

Einatmen. Abschalten. Die Gedanken ziehen lassen. Wie einen Luftballon, der langsam, ganz langsam am Horizont immer kleiner wird.

Schön wär’s. Stattdessen piept mein Handy, es hupen Autos vor der Tür und meine Gedanken springen zwischen gestern Abend, der Planung meines 30sten Geburtstags und der banalen Frage, was ich heute Abend mit dem versalzenen Reis von vorgestern noch kochen könnte. Es ist nicht, dass ich wirklich dauernd zu viel zu tun hätte, ich komme nur nicht zur Ruhe. Innerlich. Selbst wenn ich nur still da sitze, kreisen und fliegen meine Gedanken, spielen Fangen miteinander.

 

Kinder kennen dieses Problem meist nicht. Sie können sich in andere Welten denken und in Tagträumen sehr gut entspannen. Nur lassen wir sie häufig nicht. Wir Großen stören sie in ihren Abschweifungen, nennen sie liebevoll „Träumerle“ und finden sie unproduktiv und faul. Schade.

Traumreisen sind eine Möglichkeit für uns – Große wie Kleine – bewusste Auszeiten zu suchen. Sie bieten uns nicht nur eine gezielte Möglichkeit zu entspannen, sondern können auch helfen, Mut zu finden, die eigenen Gefühle zu spüren, die Selbstständigkeit zu fördern und Grenzen zu erforschen. Die verschiedenen Geschichten dienen als Metapher, als Einladung, auf indirekte Weise neue Lösungen, Sichtweisen und Wege zu finden und zuzulassen. Ohne Druck und den moralischen Zeigefinger.

Auf Kursen oder in Gruppenstunden können Traumreisen vor dem Schlafengehen, an Regentagen, an denen alles zu eng zu werden scheint, in aufregenden oder besonders kopflastigen Situationen ein Rückzugsort sein. Traumreisen durchzuführen, ist dabei gar nicht so schwer. Ihr solltet nur ein paar Dinge beachten:

Nicht eure genauen Worte sind entscheidend, sondern die Atmosphäre von Ruhe und Kraft, die ihr schafft. Gestaltet einen entspannenden Raum. Nehmt euch ausreichend Zeit. Lasst beim Sprechen immer wieder genug Leerstellen für eigene Gedanken und die Phantasie eurer Zuhörer und Zuhörerinnen. (In den nachstehenden Beispielen übrigens mit einem Gedankenstrich gekennzeichnet.)

Eine Traumreise besteht grob gesagt aus drei Teilen. Einer Einleitung, in der alle langsam ankommen und sich einrichten können. Ein bisschen Gekicher ist an dieser Stelle noch okay. In der Entspannungsphase sollte es dann wirklich ruhig sein, damit alle die Gelegenheit haben, ganz bei sich selbst zu sein. Auftretende Geräusche von drinnen oder draußen könnt ihr in die Geschichte einbauen. Wenn jemand bewusst stört, sollte er oder sie jedoch den Raum verlassen. Die ganze Traumreise ist natürlich freiwillig. Am Ende der Traumreise werden alle wieder langsam in das Hier und Jetzt zurückbegleitet. Bei einer Traumreise für jüngere Kinder reichen fünf Minuten als Reisezeit völlig aus. Für ältere kann die Reise auch ein wenig länger dauern. Hier findet ihr ein Beispiel für eine Phantasiereise.

Weitere Tipps bekommt ihr in der LGS: lgs@nds.pfadfinden.de.

(c) Laura Harder

(c) Laura Harder

 

 

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