Wovon wollen wir träumen…

Sechs Antworten zum Thema Träume

von Ulrike
(c) Anika_Grünberg

(c) Anika_Grünberg

1. Was ist ein Traum?

Eine eindeutige Definition des Traums an sich ist nur schwierig zu geben. In der psychologischen Praxis werden Träume definiert als „die psychische Aktivität während des Schlafes“ (Schredl 2007). Ein Traum ist demnach die Erinnerung an diese Aktivität. Träume werden nach Schlafphasen eingeteilt. Einschlafträume sind meist eine Fortführung der Gedanken während des Einschlafens und werden in der Regel vergessen.Träume in der REM-Schlafphase sind meist besonders lebhaft und bildreich. REM bedeutet Rapid Eye Movement und während dieser Zeit bewegen sich die Augen häufig schnell. Die REM-Schlafphase macht über die Nacht verteilt ca. 20 % des Gesamtschlafes aus. Träume außerhalb der REM-Phase sind eher kürzer, weniger intensiv und gedankenartig. Eine besondere Form von Traum ist der Luzide Traum oder Klartraum. Der oder die Träumende ist sich während des Träumens bewusst, dass es sich um einen Traum handelt. Ein Tagtraum hingegen ist kein Traum.Tagträume ähneln REM-Träumen, werden jedoch als weniger real wahrgenommen.

2. Wie oft träumt man pro Nacht?

Eine exakte Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Im Schlaf wird während jeder Schlafphase geträumt. Oft fehlen jedoch die Erinnerungen an diese Träume. Geträumt wird in Echtzeit. Ein Traum kann bis zu 60 Minuten dauern. Studien zeigen jedoch, dass Langschläfer scheinbar nicht häufiger Träumen als andere.

3. Wie sieht ein durchschnittlicher Traum aus?

In 90 % der Träume handelt der Träumende wie im Wachzustand. Erlebtes wird aus der Ich-Perspektive wahrgenommen. Negative und positive Gefühle tauchen ungefähr gleich häufig im Traum auf. Es wird überwiegend in Farbe geträumt. Neben visueller Wahrnehmung werden häufig auch Gehör- sowie seltener Geschmacks-, Geruch oder  wahrgenommen. Die Träume weltweit ähneln sich. Klassische Motive wie Verfolgtwerden, Zuspätkommen oder der Tod von Angehörigen kommen in unterschiedlichsten Kulturen vor.

Die auf Sigmund Freud zurückgehende tiefenpsychologische Traumdeutung beschäftigt sich mit den Inhalten von Träumen und damit, was diese über die träumende Person verraten. Diese Theorie ist sehr populär, aber wissenschaftlich nicht abgesichert. Es ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht klar, ob die Inhalte von Träumen überhaupt interpretierbar sind.

4. Ist jeder schlechte Traum ein Alptraum?

Nein, nicht jeder schlechte Traum ist gleich ein Alptraum. Alpträume sind nach der Definition stark negative Träume, die zum Erwachen führen. Das Element des Erwachens muss gegeben sein, um wirklich von einem Alptraum sprechen zu können. Eine weitere Art des schlechten Träumens ist Pavor nocturnus. Bei diesen Träumen schreckt der oder die Träumende mit Angst aus dem Tiefschlaf auf. Es kommt jedoch nicht zu einem richtigen Erwachen. Meist fehlt die Erinnerung an diese Träume.

5. Warum erinnert man sich an manche Träume?

Verschiedene Modelle versuchen zu erklären, warum sich an manche Träume erinnert wird. Eine durch Studien bewiesene Erklärung gibt es nicht.

  • Verdrängungshypothese (Sigmund Freud 1900): Nicht akzeptierte Wünsche oder Triebe, die im Traum erscheinen, werden gemeinsam mit dem gesamten Traum verdrängt und so vergessen.
  • Life-Style-Hypothese (Schonbar 1965): Kreative Personen mit einer großen Vorstellungskraft können sich häufiger an ihre Träume erinnern.
  • Interferenz-Hypothese (Cohen & Wolfe 1973): Störungen zwischen dem Erwachen und der Artikulation des Traumes senken die Wahrscheinlichkeit sich zu erinnern.
  • Salience-Hypothese (Cohen & MacNeilage 1974): Emotionale und persönliche bedeutsame Träume werden besser erinnert.
  • Arousal-Retrieval-Modell (Koulack & Goodenough 1976): Ein Mindestmaß an Wachheit, eine besondere Bedeutung des Traumes sowie wenig Störungen beeinflussen die Traumerinnerung positiv.
  • Zustands-Wechsel-Modell (Koukkou & Lehmann 1980): Träume aus besonders aktivem Schlaf werden besser erinnert.

6. Träumen Tiere?

Ja. Katzen bewegen sich im Schlaf und zeigen dabei ähnliche Bewegungen wie während der Körperpflege oder dem Beutefang. Es wird daher angenommen, dass Tiere, zumindest Katzen, sehr alltagsnah träumen.

(c) Robert Abel

(c) Robert Abel

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