Gde mogu da jedem – wo kann ich essen?!

Über einen internationalen Jugendaustausch in Serbien

Von Anne
(c) IVA-Interaktion, Vielfalt, Akzeptanz e.V.

 

Nach der Schule verlassen viele von uns ihren Heimatort und damit auch häufig den Stamm oder zumindest die aktive Stammesarbeit. Doch, was dann? Wo kann man sich sonst engagieren, wenn nicht woanders bei den Pfadis? Für mich lautet die Antwort seit 2008: ehrenamtliche Projektarbeit! Nach meinem Freiwilligen Soziales Jahr (FSJ) 2008/09 in Serbien war mein Interesse an der Region Südosteuropa geweckt. Über Kontakte aus dem FSJ kam ich zur Projektarbeit in verschiedenen Bereichen, meist mit anderen jungen Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern. Um dies auszubauen, gründete ich 2012 gemeinsamen mit Freundinnen und Freunden einen eigenen Verein namens IVA e.V. – Interaktion, Vielfalt, Akzeptanz; Mit dem Ziel zusammen mit Initiativen aus Südosteuropa Menschenrechtsarbeit und (politische) Bildung zu gestalten.

Es ging fast schon ein bisschen pfadfinderlich bei uns zu.

Bereits im Sommer 2013 ging es richtig los! Mit Fördergeldern vom EU-Programm Jugend in Aktion führten wir unser erstes Großprojekt durch: Unter dem Titel ClimArt for change trafen sich insgesamt über 50 Jugendliche aus Bosnien-Hercegovina, Deutschland, Kroatien, Mazedonien, Polen und Serbien für zehn Tage in Backi Monostor (Nordserbien) zu einem Jugendaustausch. Das ganze fand als Camp statt – es ging fast schon ein bisschen pfadfinderlich bei uns zu.

Verstanden haben sich am Ende trotzdem alle.

Nach einer kurzen theoretischen Phase zur Einstimmung auf das Thema begann die kreative Arbeit: In Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden auf kreative Art mit Themen rund um den Klimawandel. Da wurde getanzt, geschauspielert, musiziert, gefilmt, dokumentiert und recycelt. Neben den täglichen Workshops kam die Freizeit nicht zu kurz, Ausflüge in das nahegelegene Dorf, Gemeinschaftsspiele und Singen am Lagerfeuer gehörten genauso zum Projekt wie die inhaltliche Arbeit. Kommunikation fand häufig mit Händen und Füßen statt, denn viele Menschen im Dorf konnten kein Englisch und die Teilnehmenden aus Deutschland und Polen kein Serbisch. Verstanden haben sich am Ende trotzdem alle.(c) IVA-Interaktion, Vielfalt, Akzeptanz e.V._Gruppenbild

Wenn gemeinsam etwas erschaffen wird, werden Sprache und Herkunft ganz schnell nachrangig.

Der Austausch mit Jugendlichen aus anderen Ländern und die Verständigung auf Englisch waren für viele eine ganz neue Erfahrung. Es zeigte sich, dass die kreative Arbeit am gemeinsamen Thema über Verständigungsschwierigkeiten hinweghilft. Denn wenn gemeinsam etwas erschaffen wird, werden Sprache und Herkunft ganz schnell nachrangig. Sind die ersten Tage vorbei, entsteht bei internationalen Begegnungen meistens ein ganz eigener Sprachmix, weil alle voneinander lernen wollen. So klang es bereits am zweiten Tag „moze jos hleba?“ von einem Teilnehmer aus Deutschland durch den Speisesaal – „kann ich noch mehr Brot haben?“

Für mich sind solche internationalen Projekte gelebte Vielfalt – unterschiedlichste Menschen mit verschiedenen Erfahrungen, Meinungen, Hintergründen und Einstellungen kommen zusammen und arbeiten an einem Thema. Freundschaften entstehen, Vorurteile verfliegen und am Ende blicken alle auf eine gemeinsame Erfahrung, die verbindet. Besonders schön ist es, wenn aus so einem Erlebnis neue, gemeinsame Projekte entstehen und man damit wieder etwas weitergibt.

Unseren Projektfilm kannst Du dir unter http://vimeo.com/72404027 ansehen.

 

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