Mein Geld. Meine Verantwortung.

Soziale Banken als Möglichkeit selbst zu bestimmen, was mit meinem Geld auf der Bank geschieht.

Von Maike
 
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Manchmal fange ich bei dem Anblick eines Portemonnaies unwillkürlich an zu lächeln. Denn zwischen Krankenkassenkarte und Führerschein entdecke ich bei so manchem Freund und Bekannten ein kleines Zeichen. Dieses Zeichen ist in hellen Grün- und Blautönen gehalten, es ist die Karte meiner Bank. Und sie sagt: Hey, hier hat jemand nachgedacht, was mit ihrem bzw. seinem Geld passieren soll und übernimmt Verantwortung.

Das Wirken von Banken wird in unseren Medien kritisch und mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Egal ob es um Lebensmittelspekulationen, riskante Finanzprodukte oder dubiose Geschäftsbeziehungen geht, meist kommen unsere Geldverwalter nicht gut dabei weg. Nun kann man auf das System von Geld und Kapital und seine Auswüchse schimpfen und auf die große Revolution warten. Man kann aber auch klein anfangen und sagen: Mein Geld? Meine Verantwortung! Ich will nicht, dass mein Geld für Dinge eingesetzt wird, die ich nicht gutheiße!

Nur wie? Die Geschäfte von vermeintlich gierigen Bankern oder dubiosen Spekulanten sind schwer zu verstehen und gefühlt sehr weit weg. Was hat mein, meist eher begrenztes, Erspartes mit den Geschäften der Spitzenbanker zu tun?

 Mein Problem mit der Finanzwirtschaft

Unser Finanzsystem ist ein sehr komplexes Gebilde, in dem Geldströme nur sehr schwer zu verfolgen scheinen. Dabei ist es recht simpel: Banken sind keine reinen Lagerungsstätten, sondern nutzen das ihnen anvertraute Geld weiter. Wenn es um die kleinen Summen der Privatsparer wie Dich und mich geht, bündeln sie es. Sie bündeln unser abgelegtes Geld zu größeren Summen und geben es in Form von Krediten, zum Beispiel an Unternehmen, weiter. Wir privaten Sparer sind wichtige Geldgeber auf dem Finanzmarkt. Denn auch wenn viele von uns keine großen Summen horten: Die Masse an privaten Sparern macht es aus.

Die Unternehmen, die Geld bekommen, konnten die Bank überzeugen, dass sie das Geld gewinnbringend investieren können, beispielsweise in die Entwicklung eines neuen kraftstoffsparenden Automotors. Damit verdient das Unternehmen Geld und zahlt den Kredit schließlich mit einem gewissen Aufschlag zurück. Auf diese Art bekommen Menschen, die eine gute Idee haben, Geld um diese Idee umzusetzen.

Aber was passiert, wenn das Geld nicht für die Entwicklung eines fortschrittlichen Produkts, sondern in den Neubau eines Atomkraftwerks investiert oder an ein Rüstungsunternehmen gegeben wird, das sein Geld damit verdient, Waffen zu verkaufen? Jetzt kommen wir bei der Sache wieder zu mir: Ich persönlich möchte nicht, dass das Geld, das ich spare, in einer Weise genutzt wird, die ich nicht unterstütze.Pokern_by_cl_pixelio.de

 Welche Möglichkeiten habe ich?

Ich habe mich darum entschieden, zu einer Bank zu wechseln, die bei ihrer Kreditvergabe ethische, soziale und ökologische Kriterien beachtet und transparent macht, wem sie Geld geliehen hat. Das ist in meinem Fall die GLS Bank. Es gibt aber auch andere Geldinstitute, die sich diese Philosophie auf die Fahne schreiben: die Triodos Bank, die Ethikbank und die Umweltbank sind mir als nachhaltige Banken mit unterschiedlichsten Angeboten bekannt.

Praktisch gesehen bedeutet das, dass nachhaltige Banken ihr Geld nach anderen Kriterien vergeben als gewöhnliche Banken. Gewöhnliche Banken versuchen, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen. Das ist bei sozialen Banken nicht der Fall. Sie geben ihre Kredite nur an Dritte, von denen sie denken, dass sie das erhaltene Geld gesellschaftlich relevant einsetzen. Zum Beispiel an eine Behindertenwerkstatt, die neue Geräte kaufen muss oder ein nachhaltiges Energieunternehmen, das eine neue Solarstromanlage aufbauen will. Auch sie machen dabei etwas Gewinn, aber das ist nicht das wichtigste Kriterium ihrer Geschäfte.

Zum Teil findet man ähnliche Ansätze auch bei Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, der Spardabank und kirchlichen Banken. Dennoch spielen ethische und ökologische Kriterien bei diesen Banken noch eine untergeordnete Rolle und auch bei der Transparenz hakt es noch.

 Mein Anteil

Und deshalb habe ich mich entschieden, das Wirtschaften von sozialen Banken zu unterstützen – auch im Kleinen. Ich habe also meine Bank gewechselt und kann anhand der transparenten Art meiner Bank sehen, wofür mein Geld eingesetzt wird. Ich kann es, wenn ich klare Präferenzen habe, auch selbst entscheiden. Dafür nehme ich Einschränkungen in Kauf – zum Beispiel, dass ich keine Bankkarte habe, mit der ich an allen Bankautomaten in Deutschland Geld abheben kann. Doch das finde ich okay, eben weil ich die Ansichten meiner Bank in Bezug auf Geld teile – zum einen, dass ich meine Verantwortung nicht am Bankschalter abgeben kann und zum anderen, dass Geld nicht die Welt regieren, sondern dem Menschen dienen sollte.

 

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