G`day mate!

Was macht man eigentlich beim Work & Travel und wie organisiert man so etwas? Ein Erfahrungsbericht aus Australien.

Von Martin

Martin Schulze_Gestein 1

„James Cook schrie dem Aborigine erneut ins Gesicht: „Sag mir endlich wie dieses Tier wirklich heißt!“ Die Antwort des Dunkelhäutigen war die gleiche wie seit jenem Morgen: „kan-ga-roo!“ Oder auf Deutsch: „Ich kann dich nicht verstehen“

(frei nach dem Roman Bill Bryson: „Frühstück mit Kängurus“).

Das ist nur eine der lustigen Geschichten, die man dort unten mitbekommt. Eine andere besagt, dass ein englischer Gouverneur in Australien vor 200 Jahren mal Langeweile hatte. Er ließ sich 25 Kaninchen aus der Heimat importieren, ließ sie vor seiner Veranda frei und wollte Jagd auf sie machen. Einige konnten ihm entwischen, rannten davon und vermehrten sich wortwörtlich wie die Karnickel. Heute sind es so viele, dass sie eine Plage für jeden Farmer darstellen und das nur, weil so ein Typ auf irgendwas ballern wollte!

Welche Möglichkeiten gibt es für eine Auszeit nach der Schule?

Heute ist das gap year schon lange eine gute Möglichkeit, um nicht sofort nach der Schule in die Ausbildung oder in die Uni zu stürmen. Wer bin ich wirklich und was bietet mir die Welt? Darauf gibt es viele Antworten und man sollte sich ruhig die Zeit nehmen, wenigstens ein paar davon zu entdecken. Ein gap year ist super! Möglichkeiten gibt es viele. Au-Pair, Bundeswehr, FSJ oder eben Work & Travel.

Schafe scheren, tauchen und ein bisschen Heimweh

Nach dem Abi war ich für fast ein Jahr in Australien unterwegs und es war das beste meines Lebens. Klar hat man am Anfang Heimweh der besonderen Sorte, aber schon bald hat man sich so an das Land und die Sprache gewöhnt und weiß gar nicht mehr wohin mit seiner ganzen Energie! Was macht man als nächstes? Auf einer Farm Schafe scheren, nach Cairns fliegen und im Great Barrier Reef tauchen oder einfach von West nach Ost mit den beiden Jungs aus Kanada fahren, die gerade noch jemanden für ihre Tour suchen? Es gibt so viele Möglichkeiten sein Geld auszugeben…

Martin Schulze_3 von hinten

Ein Freund und ich haben bei einem Job zwei Berliner kennengelernt, die sich ein Auto gekauft hatten und damit durch das ganze Land fuhren. Sie wollten für einen Monat nach Asien und so konnten wir für die Zeit ihren Ford haben. Der Westen ist unter Backpackern (oder „Rucksacktouristen“) ein echter Geheimtipp: Wenig Leute, einsame Strände und schönste Natur, man fühlt sich wie in der Wildnis. Solange man immer genug Geld, Wasser und Benzin dabei hat und sich nicht zu dumm anstellt, kann einem auch nichts passieren. Tja – das dachten wir. Reifenpanne im Outback! Klasse. Wir hatten Glück und waren nur 10 Kilometer vom nächsten Ort entfernt, sodass unser Ersatzreifen uns dorthin brachte. Hier stellten wir unser Auto an der einzigen schattigen Stelle ab, die es gab, nämlich unter dem Tankstellendach, bis man uns 2 Stunden später erzählte, dass man einen Reifen da hätte. Ein Motto der Australier lautet zu Recht: Take it easy! Lass dir Zeit.

Deutschland würde von seiner Fläche ungefähr 21,5 mal in Australien passen. Allerdings hat Australien nur ca. 21 Mio. Einwohner, also ein Viertel von uns. In viele Teile des Landes hat noch nie jemand einen Fuß gesetzt, hier gibt es noch richtige Wildnis, Wüsten und Gefahren. Die zweitlängste Zugstrecke der Welt (nach der Transsibirischen Eisenbahn) führt von Sydney nach Perth, also quer durch die Wüste und das Land, im Indian Pacific. Die Fahrt dauert 65 Stunden. Man kann also gleich mehrere Bücher einpacken und jeden einzelnen Mitfahrer im Zug kennenlernen.

Das kann ich mir gar nicht leisten! Oder doch?

Jetzt wissen wir also, wie man sein Erspartes loswerden kann, aber woher kriegt man denn eigentlich neues Geld? Gar nicht so schwer, einen Job zu finden. Man lebt wahrscheinlich die meiste Zeit in Hostels, die schwarze Bretter haben, wo man fast immer Jobaushänge findet. Oder man geht direkt zu Läden und lässt seinen Lebenslauf da. Oder man schaut ins Internet. Oder man spricht mit anderen Backpackern, die einen vermitteln können. Klingt komisch, ist aber so.
Wenn alle Stricke reißen gibt es noch etwas ganz Besonderes: WWOOFing. Willing Workers On Organic Farms ist ein Programm, das den Australienaufenthalt noch ganz anders erleben lässt. Das Konzept: Man lebt zusammen mit einer Familie (meistens Farmern) und arbeitet für sie ein paar Stunden am Tag. Bezahlung sind ein Bett und Verpflegung. Je nach Host kann’s auch passieren, dass man hier reiten lernt oder uralte Aborigine Höhlenmalerei zu sehen bekommt. Eins steht aber fest: Beim WWOOFen lernt man immer einen neuen Blickwinkel auf die Welt kennen.

Aber die wilden Tiere! Und der ganze Aufwand!

Die Angst vor der Arbeitslosigkeit sollte also kein Grund sein, nicht zu fahren. Angst vor Tieren? Wer mit offenen Augen durchs Land geht und sich an Badeverbotsschilder hält, braucht sich nicht zu fürchten. Angst davor, das alles zu planen? Entweder mit einer Organisation fliegen, im Internet alle Infos sammeln oder mit jemandem sprechen, der schon mal da war.
Wer wirklich will, der kann auch. Trau dich!

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