eR/Rwachsen oder was?

Ehemaligenlager beim LaPfiLa 2011 (21) Wünsche und Ziele der Erwachsenenarbeit aus der Sicht eines Erwachsenen.

Von Günter

Nicht richtig, nicht falsch, nur anders.

Mit meinen 48 bin ich schon einer der älteren Erwachsenen im BdP und ich finde, dass man sich als Älterer den Wandel der Zeit vor Augen halten muss und nicht nur an dem Alten festhalten darf. Man soll offen sein für alles. Heute werden Dinge anders angegangen als in meiner Jugend. Manches ist besser und manches schlechter, aber es ist wie es ist und das ist zu akzeptieren. Man soll sich als Älterer nicht für das Maß der Dinge halten und bereit sein, einfach mal in die zweite Reihe zurück zu treten, um Neuen auch die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln. Ich springe gern mal ein, wenn es knapp wird. So bin ich im Bezirk manchmal bei Kursen dabei. Am liebsten ist mir, wenn ein jüngerer Teamer die Aufgaben übernimmt, den ich dann gerne unterstütze und dem ich ggfs. mal einen Tipp geben kann. Ansonsten nehme mich da gerne zurück. Als Älterer sollte man der sein, der mit Rat und Tat zur Seite steht und nicht der, der ständig bevormundet und sich nichts aus der Hand nehmen lässt.

Im Stamm bedeutet das, die Erwachsenen als Berater und Unterstützer zu nutzen, ihnen aber auch Raum für Eigenes zu geben. Ihnen also nicht nur Arbeit, sondern auch mal Vergnügen zu bieten. Ich arbeite gerne, würde es aber auch toll finden, einfach mal irgendwo hinzufahren und teilzunehmen. Ich würde mir ein gegenseitiges Geben und Nehmen wünschen. Habt ihr von euch aus schon einmal etwas für eure Erwachsenen gemacht? Zeigt den Erwachsenen auch mal, dass ihr ihre Erfahrung und Mithilfe schätzt. Denn nicht alles ist doof, nur weil es von uns kommt.

Manchmal ist uns Alten nicht wirklich wohl dabei, zu sehen wie ihr die Dinge angeht und es ist nicht leicht sich zurückzunehmen und euch machen zu lassen. Aber das ist eben die Herausforderung für uns. Toll ist es, wenn dann trotzdem alles klappt.

Integration der Generationen statt Duldung der Älteren

Der Landesverband sollte regen Kontakt zu seinen Erwachsenen halten und sich überlegen, wie Erwachsene in die verschiedenen Aktionen eingebunden werden können. Auch die Erwachsenen einfach nur zu den Aktionen einzuladen, ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Das Kettensägen-Seminar beispielsweise war königlich. Die Sternschnuppe bzw. der Meteorit als Informationsmedium für Erwachsene und Eltern sind ebenfalls ein toller Anfang. Sinnvoll wäre außerdem eine Internetseite für die Erwachsenen, die immer aktuelle Daten, Termine und Raum für Anfragen und Angebote bietet. Und vielleicht mal wieder ein Infokurs für Seiteneinsteiger?

Wenn Aktionen für die entsprechenden Stufen ausgeschrieben werden, fallen die Erwachsenen oft raus bzw. werden nicht mit eingeladen, sodass man sich als Erwachsener immer wieder die Frage stellt „Kann ich da hin?“ Wenn eine Teilnahme gewünscht ist, sollten die Erwachsenen auch tatsächlich mit eingeladen werden.

Ist man als Erwachsener gewollt oder nur geduldet?

In Bezug auf die Bundesebene finde ich es schwer, mir eine Meinung zu bilden, da der Bund für mich immer noch sehr weit weg ist. Außer der Bauhütte, dem Gilwell-Kurs in Immenhausen und dem Bundeslager fällt mir nichts ein, wo Erwachsene Erwähnung finden.

In der Satzung heißt es „Für Erwachsene wird kein Programm geboten“ und es scheint, als würde darunter verstanden, dass Erwachsene ausgeblendet werden können oder sollten.

Liest man die BuLa Stammesinfo 1/2012 gewinnt man als Erwachsener den Eindruck, nur zum Arbeiten eingeladen worden zu sein, denn dort steht: „Erwachsene im BdP sind in der Vorbereitung und auf dem Lager herzlich willkommen. Sie übernehmen wichtige Leitungsaufgaben auf allen Ebenen des BdP.“

Es gibt bestimmt viele Erwachsene, die keine Leitungsaufgaben übernehmen konnten oder wollten. Ich würde mir wünschen, dass diese Erwachsenen trotzdem am Bula teilnehmen können und dort willkommen sind. Ich frage mich, warum es kein Familien-Unterlager mehr gibt. Pfadfinder sein ist schließlich eine Lebenseinstellung und endet nicht mit einem bestimmten Alter, oder wenn man nicht mehr in der Kothe schlafen kann (wofür es viele Gründen geben kann).

Zu guter Letzt möchte ich einmal positiv anmerken, dass ich noch nie erlebt habe, wie Erwachsenen gesagt wurde, dass sie nicht an einer Veranstaltung teilnehmen dürfen, weil sie aufgrund der Altersgrenze nicht die Zielgruppe seien.

Einmal Pfadfinder
immer Pfadfinder!

Advertisements
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: