Eltern und die Arbeit, die sie mit sich bringen

Eltern machen Arbeit? Ja, wenn man ihnen sagt, wie sie mit anpacken können.

Von Alea

scout family doroIn unserer Pädagogischen Konzeption findet man unter dem Stichwort Selbstverständnis folgendes: „Wir verstehen uns als Partner der Eltern unserer jungen Mitglieder, ihrer Schulen und Ausbildungsstätten […]. Die Eltern unterstützen die Gruppenarbeit ihrer Kinder, arbeiten mit den Gruppenleitungen vertrauensvoll zusammen und helfen bei organisatorischen Aufgaben.“

Wir sind zwar bewusst ein reiner Jugendverband, können aber unsere pädagogischen Ziele auch nur dann erreichen, wenn wir mit den Eltern bzw. den Erziehungsberechtigten zusammenarbeiten. Immerhin stellen diese meist die wichtigsten Bezugspersonen für die Kinder dar.

Elternarbeit hat für uns seine ganz eigenen Vorteile. Je besser wir das Umfeld eines Kindes kennen, umso besser kennen wir auch das Kind. Bestimmte Verhaltensweisen und Eigenarten der Kinder sind so für uns besser verständlich. Oft können wir bei unserer Arbeit die Unterstützung von Eltern gebrauchen, z.B. wenn es darum geht, Konflikte mit anderen Eltern zu lösen. So ein Gespräch von Eltern zu Eltern kann da manchmal Wunder bewirken. Wenn die Eltern mit einbezogen werden, können sie auch unsere Arbeit kennenlernen und das nötige Vertrauen in uns gewinnen, um ihren Kindern bei uns den Freiraum zu gewähren, den sie brauchen.

Eltern – Der erste Kontakt.

Es gibt viele verschiedene Methoden für die Elternarbeit. Allen voran steht der erste Kontakt mit den Eltern. Der kommt am häufigsten vor oder nach der ersten Gruppenstunde zustande. Für ein ausführliches
Gespräch bleibt da leider oft keine Zeit, doch einige kurze Informationen und ein paar freundliche Worte sind immer ein
guter Anfang. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns gegenseitig duzen. Bei den
Eltern ist das nicht immer so. Daher sollte man vorher lieber fragen, ob es in Ordnung ist „Du“ zu sagen.

Rundbriefe, analog und digital.

Allseits bekannt sind auch die Rundbriefe bzw. wenn man es gerne moderner mag, auch die Newsletter per E-Mail. Sie eignen sich gut dafür die Eltern mit Informationen für anstehende Aktionen und Impressionen des Pfadfinderlebens (z.B. Fahrtenberichte) zu versorgen. Achten muss man darauf, dass die Informationen regelmäßig und vor allem rechtzeitig bei den Eltern ankommen. Verwendet ihr dafür einen einheitlichen Briefkopf mit dem Namen des Stammes und euren Kontaktdaten, wirkt das professionell und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

Alle auf einmal: der Elternabend

Eine der beliebtesten Methoden ist selbstverständlich der Elternabend. Auch wenn es mehr nach Schule oder Turnverein klingt, könnt ihr ihn mit eurer eigenen Note zu einem tollen Abend machen. Besonders sinnvoll ist ein Elternabend, wenn es mehrere neue Kinder gibt oder mal wieder eine große Aktion wie eine Sommerfahrt ansteht. Es ist wichtig, dass ihr eine Atmosphäre schafft, in der sich die Eltern wohlfühlen. Mit Kaffee und Kekse hebt sich meistens schon die Stimmung. Die Räumlichkeiten sollten nicht allzu chaotisch sein und nutzt doch einfach mal die Chance den Eltern das Stammesheim zu zeigen. Man kann natürlich auch die Kinder mit einbeziehen, so müssen sich die Eltern nicht auch um deren Betreuung sorgen.

Wenn es doch passiert: Verhalten bei Konflikten

Auch bei uns friedliebenden Pfadfindern kann es durchaus mal einen Konflikt oder Probleme geben. Sind Eltern involviert, sollte man versuchen diesen Konflikt persönlich zu lösen (also nicht über Telefon und schon gar nicht schriftlich per E-Mail). So ein Einzelgespräch mit Eltern kann eine heikle Sache sein. Wenn man sich es nicht alleine zutraut, darf man auch ruhig Verstärkung, z. B. jemand aus der Stammesführung, dazu nehmen. Wichtig ist, dass man sich auf das Gespräch gut vorbereitet und sich darüber im Klaren ist, was das Thema ist und wie man gemeinsam zu einer guten Lösung finden kann.
Viele Stämme haben einen eingetragenen Förderverein oder feste Förderkreise aus Ehemaligen, Eltern und erwachsenen Mitgliedern, die durch eigenen Einsatz oder auch finanziell unterstützen. Es bietet sich natürlich an den Förderverein immer mal wieder in einem Rundbrief bzw. Newsletter zu erwähnen.

Eltern einspannen für die eigene Sache.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Elternaktion zu gestalten. Besuchertage auf Lagern sind bei den Eltern natürlich gern gesehen, doch sollte man dabei daran denken, dass Heimwehkinder dadurch nicht unbedingt von ihrem Heimweh abgelenkt werden. Schön sind auch Jahresrückblicke. Dazu können in der Adventszeit der ganze Stamm und die Eltern zusammenkommen und bei Kaffee und Kuchen Fotos von allen Aktionen des vergangenen Jahres anschauen, spannenden Berichten lauschen und vielleicht sogar noch einen Postenlauf veranstalten, bei dem die Eltern mal zeigen können, was sie drauf haben.

Zusammen mit den Kindern und den Eltern ein Lager machen klingt utopisch? Einige mag es überraschen, aber es gibt genug Eltern, die gerne mal die Pfadfinderei selber so richtig erleben wollen, mit allem Drum und Dran. Da ihnen aber eben die langjährige Pfadfindererfahrung fehlt, ist es bei einem Elternlager wichtig den Eltern vorher klar zu machen, mit welchem Komfort sie zu rechnen haben. Aber auch für Eltern sind Jurtenabende mit Lagerfeuer ein unvergessliches Erlebnis. Sind unter den Eltern ganz mutige dabei, kann man sie durchaus auch mal selber oder mit ein wenig Hilfe einen Postenlauf planen lassen. Dann erfahren sie aus erster Hand, was für eine Arbeit wir Woche um Woche leisten.
Ihr merkt schon, wenn man es richtig anpackt, macht die Elternarbeit eigentlich kaum Arbeit und jeder hat etwas davon.

Advertisements
Nächster Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: