Eine Freundschaft kommt selten allein

Der Vorkurs Mitte 2012 in Deinste/Stade

Von Binta und Eva

„Mit Gleichaltrigen etwas erleben“ – das gelang den jüngsten Pfadfindern auf dem Vorkurs Mitte, der dieses Jahr in der Nähe von Deinste bei Stade stattgefunden hat. Auf dem Kurs sollten die Kinder das Prinzip der Pfadfinderei kennenlernen.

Als die 11-14-jährigen Teilnehmer im Anfangskreis am Bahnhof standen und darauf warteten, in ihre Sippen eingeteilt zu werden, waren die 14 Teamer mindestens genauso aufgeregt wie die Kinder. Im Kreis entdeckten alle viele neue, fremde Gesichter und die meisten waren noch sehr schüchtern und wussten nicht, wie sie auf die anderen zugehen sollen. Auch die Teamer hatten anfangs ihre Schwierigkeiten, mit den Kindern auf eine Wellenlänge zu kommen. Doch die ersten Ängste legten sich bald, denn auf sie alle wartete eine Woche voller Abenteuer und eigentlich waren sie schon mittendrin. Pippi, Tommi und Annika brauchten dringend die Hilfe der Kinder, um Pippis Papa, der von Piraten in TakaTuka-Land festgehalten wurde, zu befreien. Die Teilnehmer wurden in vier Sippen aufgeteilt und brachen auf zur Anwanderung. So dauerte es auch nicht lange, bis die Kinder anfingen, aufzutauen und sich miteinander zu unterhalten. Zwischen Pfadfindern herrscht immer eine besondere Verbindung und obwohl man sich gar nicht kennt, hat jeder irgendetwas zu erzählen. So wurden bei der Anwanderung bereits erste Freundschaften geknüpft, welche im Lager angekommen ununterbrochen weiter gestärkt wurden. Ein Pfadfinder zu sein heißt auch, in einer Gemeinschaft zu leben und dies sollte den Kindern unter anderem auf dem Vorkurs vermittelt werden. Nur gemeinsam waren sie stark und schafften es, ihre Kohte, ihren Esstisch und die eigene Feuerstelle zu bauen und herzurichten, denn die Woche wurde natürlich draußen in der Natur verbracht. Seit 2004 findet der Vorkurs nämlich im Wald ohne ein festes Haus statt.

21 Kinder begleiteten Pipi, Tommi und Annika auf die Reise nach Taka-Tuka-Land. Neben der Rettung von Pippis Papa sollten die Kinder natürlich auch die wichtigsten Pfadfindertechniken erlernen, ganz nach dem Prinzip „learning by doing“. Den Kindern wurde beigebracht, mit dem Material umzugehen, Feuer zu machen und darauf zu kochen, Chronik zu schreiben, Knoten und Bünde zu lernen und mit Kompass und Karte den Standort zu bestimmen. Diese Techniken gehören zum Pfadfinderleben dazu.
Die Kinder halfen einander, damit alle diese Techniken lernen konnten, denn jeder hatte seine Stärken wo anders. Dies beschreibt auch das Pfadfindermotto „Jeden Tag eine gute Tat“. So halfen sogar die Jüngsten der Kursleitung, als diese sich plötzlich mit dem Messer verletzte. Alle standen um sie herum und wollten ihr helfen, aber eigentlich wusste keines der Kinder so genau, was zu tun war (natürlich handelte es sich nur um ein Schauspiel). Hilfsbereit dazusein, das war schon ein guter Anfang. Im Erste-Hilfe-Kurs wurde den kleinen Pfadfindern dann beigebracht, wie man bei einem Unfall richtig handeln muss.
Und auch diese Einheit war nicht bloße Theorie: Nach dem Programm liefen alle Kinder mit selbstgewickelten Verbänden um Kopf, Arm oder Bein herum. Dass die Kinder dabei lernten, immer füreinander da zu sein und einander zu helfen war besonders wichtig, um weitere Freundschaften aufzubauen. Denn alleine, ohne Hilfe von anderen, schafft man es nicht auf dieser Welt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Vorkurses war es, die Natur näher kennenzulernen und so begaben sich die Kinder auf eine Naturstreife.

Die Stimmung bei den Teilnehmern aber auch bei den Teamern wurde von Tag zu Tag besser, denn durch die gemeinsamen Aktionen wurden alle immer mehr und mehr zusammengeschweißt. Das Pfadfinderleben ist eine Gemeinschaft und jede Gemeinschaft hat ihre Norm – und Wertvorstellungen, die bei uns in den Pfadfinderregeln ausgedrückt werden. Nach diesen Regeln soll jeder Pfadfinder leben und auch dies wurde den Sipplingen auf dem Vorkurs näher gebracht.

Neben all dem Lernen sollte aber natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Die Kinder und Teamer gingen auf eine Wellness-Reise und machten sich gegenseitig Henna-Tattoos. Außerdem  nahmen sie vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben ein Fisch aus und bereiteten sich diesen selbst zum Essen zu. Bei einem Nachtgeländespiel gelang es den Kindern, Pippis Papa aus der Festung der Piraten zu befreien.

Die Zeit verging wie im Fluge und da standen auch schon alle gemeinsam beim Abschlussabend am großen Feuer und dachten an die letzte Woche, die neuen Freundschaften, das neu Erlernte. Jeder bekam eine Kursmappe, eine Urkunde, ein Kurs-T-Shirt und Fotos von der gemeinsamen Zeit überreicht, so dass dadurch vielleicht die Erinnerungen an diese Woche nicht allzu schnell verfliegen. Am nächsten Morgen in der Abschlussrunde konnte jeder noch einmal von seinem Highlight auf dem Kurs berichten, denn jeder Teilnehmer und jeder Teamer hat Neues und Schönes zusammen mit den neuen Freunden auf diesem Kurs erlebt. Am Ende wurden sich noch eifrig kleine Nachrichten in die Kursmappen geschrieben, damit man sich nicht so schnell vergisst, denn der Abschied fiel schwer. Es haben sich Freundschaften gebildet, die vielleicht – hoffentlich – ein Leben lang halten. Trotzdem fuhr ein jeder wieder nach Hause, ohne zu wissen, wann und ob man den anderen wiedersieht.

Hier geht es zu den Fotos

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