Womöglich hätten wir ins Reisebüro gemusst…

Gedanken zum Internet im Alltag.

von Christian

So, nun wird es aber langsam wirklich Zeit, dass ich diesen Artikel endlich schreibe. Schließlich bin ich schon drei Wochen im Verzug und heute ist der wirklich allerletzte Abgabetermin. So sitze ich jetzt vor meinem Laptop und muss schnellstmöglich kreativ werden, aber irgendwie will mir einfach nichts Gutes einfallen. Und so schweifen die Gedanken ab…
Wohin sollte ich den fertigen Artikel noch schicken? Ach ja, Chrise hatte doch eine Ablage im Netz eingerichtet und die Zugangsdaten rumgemailt, die Mail muss doch irgendwo auf meinem Mailaccount sein – ist sie aber nicht, so‘n Mist. Na ja, schnell eine Mail über den Redaktionsverteiler geschickt, irgendeiner wird mir die Daten schon rechtzeitig zusenden. Das wäre also geklärt, fehlt nur noch die zündende Idee für meinen Text. Mit Musik konnte ich schon immer besser arbeiten, also schnell ins Netz, mein Lieblingswebradio aktiviert und mittelalterliche Klänge erfüllen den Raum. Schon viel besser! Aber diese Thematik, „Internet im Alltag“, das ist irgendwie nicht so inspirierend. Vielleicht bringt mich ja ein Besuch in ein paar Foren auf gute Gedanken.

Gut, dass man das alles per Internet klären kann

Ich muss mich sowieso mal wieder informieren, was es so neues in der Welt gibt. Und bei der Gelegenheit kann ich mir auch gleich nochmal die Fotos von der Hochzeit letztes Wochenende anschauen, die müssten doch inzwischen im Netz stehen. Ja, wie erwartet, super Bilder. Ach, morgen will ich doch ins Kino, Spätvorstellung. Gut, dass man das alles per Internet klären kann: Karten bestellen, absprechen wer mitkommt, wann fährt welche Bahn und wie ist eigentlich das Wetter? Lässt sich alles nachschauen, man muss im Vorfeld nicht mal miteinander reden, dafür bleibt ja nachher auch noch genug Zeit. Obwohl, im letzten Urlaub hat es auch nicht viel genutzt, dass wir schon im Vorfeld wussten, dass das Wetter die ganze Zeit über schlecht sein würde. Aber immerhin konnten wir im Vorfeld schon die Tickets buchen und uns über mögliche Schwierigkeiten informieren. Wäre ohne Internet ganz schön aufwendig gewesen. Womöglich hätten wir in ein Reisebüro gemusst, so haben wir uns nur eine Stunde bei der Online-Buchung um die Ohren geschlagen, war auch schön.
Ich frage mich manchmal sowieso, wie meine Freundin ohne Internet (und Fernsehen) klarkommt, die hat schon seit Tagen keinen Empfang mehr. Da entgehen einem doch die wichtigsten und neuesten Neuigkeiten, auf die man geradezu zwangsläufig gestoßen wird, wenn man nur seine Mails abruft. Na gut, so wichtig sind die meistens gar nicht, aber irgendwie fehlt einem doch grundlegend was, wenn man auf diese Infos verzichten muss, oder nicht?

Würde ich ohne Internet auskommen wollen?

Gut, eventuell kann man auch einigermaßen ohne das Internet auskommen, aber ob ich das wirklich wollen würde? Zumindest beim konzentrierten Schreiben eines Artikels wäre ein temporärer Ausfall gar nicht so schlecht, die Ablenkungsgefahr ist doch ziemlich groß, wie ich wieder einmal feststellen musste. Ansonsten zieht sich der Gebrauch des Netzes ziemlich kontinuierlich durch mein Leben und das, obwohl ich in meinem Freundeskreis als Outdoorfanatiker gelte, der sich immer wieder die verrücktesten Urlaube antut. Aber egal ob es um die Planung von Freizeitaktivitäten per Mail, Urlaubsplanung, die Information über das aktuelle Tagesgeschehen oder schlicht um Ablenkung nach einem anstrengendem Tag geht, das Internet ist ein elementarer Bestandteil meines Lebens. Zwar habe ich schon manchmal den Eindruck, dass ein einziges Telefonat sechs oder sieben geschriebene Mails ersetzen könnte, nur sind wir an diese Kommunikationsform inzwischen einfach gewohnt. Auch wenn ich alt genug bin, mich an eine Zeit ohne Internet zu erinnern, frage ich mich schon, wie man eigentlich damals ohne ausgekommen ist. Keine Frage, es war gut möglich, aber heute ohne dieses weltumspannende Netz zu leben, würde doch vieles zeitaufwändiger und schwerer zu bewältigen machen. Auch, wenn es manchmal Schwierigkeiten macht, möchte ich das Internet auf jeden Fall nicht mehr missen. Bestes Beispiel ist dieser Artikel, der ohne tatkräftige Unterstützung des WorldWideWeb so niemals hätte zustande kommen können. In diesem Sinne noch ein Zitat aus dem Alltag eines technischen Beraters:
„Hallo, meine Kollegin hat gerade das Internet gelöscht… Ist aber nicht so schlimm, wir konnten es vorher noch ausdrucken!“…

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