Neue Nachrichtenwege bei den Pfadfindern

Vor- und Nachteile moderner Kommunikationsmittel in der Pfadfinderpraxis

„Bitte um Antwort!“ „Schnellstmögliche Rückmeldung…“ „Wer ist dabei?“ „Bitte melden!“ Wer kennt es nicht, so enden meistens alle Emails, die etwas mit Gruppenleiterkommunikation zu tun haben. Und dann? – Passiert nichts!

von Fredi

„Ein Klick, und alle wissen Bescheid…“

Eigentlich sind Emails super, es können schnell und kurz viele Leute gleichzeitig erreicht werden, ohne dass man jemanden hinterher telefonieren muss. Und gerade wenn man selbst im Arbeitsleben steht oder nicht so viel Zeit hat, wird gerne auf die Email zurückgegriffen. Zudem können auch Bilder oder sonstige Dateien schnell und einfach versendet werden. Auch Informationsmaterial, welches einem selbst nur gesendet wurde, kann einfach weitergeleitet werden.

Dasselbe passiert bei öffentlichen Onlineplattformen wie z.B. Facebook, StudiVz oder Twitter, es kann jeder schnell und einfach über eine Veranstaltung oder Neuigkeiten informiert werden. Ein großer Vorteil ist, dass die Informationen per Email oder Facebook jederzeit abrufbar sind und darauf zurückgegriffen werden kann, was bei einem Telefonat natürlich nicht möglich ist. Doch ob sie auch rechtzeitig gesehen werden und sich dann gemeldet wird, ist eine andere Frage.

„Ich habe dir doch eine Email geschickt…“

Liest auch wirklich jeder jeden Tag seine Emails? Wenn etwas wichtig und dringend ist, ist es nie sicher, ob die Email auch rechtzeitig gelesen wurde. Oft sind so viele Emails im Posteingang, so dass die große Lust, alles zu lesen, meist ausbleibt und einfach als gelesen markiert wird. Dabei vergisst auch der ein oder andere, sich zu einem bestimmten Datum zurück zu melden, was den Verfasser letztendlich umso mehr ärgert. Zudem gibt es auch immer noch Menschen, die weder ein Emailpostfach besitzen, noch eine Onlineplattform nutzen oder über einen Internetzugang verfügen und so eventuell gar nicht benachrichtigt werden.

Und wenn sich dann mal wieder niemand zurückgemeldet hat, ist es dann soweit, es wird stressig, über die Unzuverlässigkeit der Anderen ist man sauer und es muss eine Lösung gefunden werden. Letztendlich wird dann doch wieder zum Telefon oder Handy gegriffen und den Anderen hinterher telefoniert, so lange bis jemand erreicht wurde. Dies kostet nicht nur Zeit, sondern auch Nerven, die vielleicht hätten erspart werden können. Die Email war aber einfach mal wieder die bequemere Art andere „schnell“ zu erreichen.

Es gibt sie doch: neue sinnvolle Kommunikationsmöglichkeiten.

Etwas anders sieht es da bei einer Telefonkonferenz aus. Gerade bei uns im laru-Team, wo nun mal jeder woanders wohnt, ist es sehr praktisch sich an einem bestimmten Abend zu verabreden, um dann in einer gemeinsamen Telefonkonferenz, wo alle zugeschaltet sind, alles Wichtige zu besprechen. Es bedarf zwar da auch wieder einen gewissen Aufwand, einen Termin zu finden, wohl bemerkt per Email, aber die Telefonkonferenz ist gerade in Bezug auf Pfadfinderarbeit ein super Kommunikationsmittel.

Onlinewahlen statt bewährter Listen?

Dem gegenüber haben wir beim Bundeslager 2009 oder auch beim Landespfingstlager 2011 gesehen, dass immer mehr mit modernen Kommunikationsmitteln gearbeitet wird. Anstatt Listen rumzuschicken, auf denen AGs, Gerichte fürs Essen oder Ähnliches gewählt werden sollen, gibt es nun Webseiten, auf denen einfach nur noch angeklickt werden muss, wofür sich entschieden wurde. Dies führte zwar dazu, dass die altmodischen Listen nicht mehr hin und her geschickt werden müssen, doch vor allem auf dem Bundeslager gab es noch erhebliche Probleme mit der Onlinewahl, so dass letztendlich doch wieder auf die traditionellen Listen im Lager zurückgegriffen werden musste. Und viele hatten im Lager selbst auch schon wieder vergessen, was sie eigentlich gewählt hatten…

Moderne Kommunikationsmittel sind also eigentlich sehr praktisch, es gibt wenig Aufwand und viele Menschen können schnell und einfach erreicht werden. Doch der wirkliche Erfolg blieb bisher noch aus und vielleicht sollten gerade wir als Pfadfinder unseren alten Traditionen treu bleiben und gerade auf dem Lager nicht jeden neumodischen Technikfortschritt mitmachen.

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