Geocaching oder die andere Art einen Hajk zu planen?

An einigen Orten lassen sich Menschen beobachten, die jeden Stein umdrehen, unter Parkbänke krabbeln oder hinter Büsche schauen. Dann wurden sie ertappt, beim Geocaching. Taugt dieses Spiel mit GPS auch für einen Hajk?

von Timo

Ich weiß nicht, wann ich das erste Mal vom Geocaching gehört habe. Eins aber weiß ich, es ist schon sehr lange her. Es ging durch die Medien – ein neues Hobby – aus einer Mischung von Wanderung und Schnitzeljagd. Als Pfadfinder eigentlich kein Thema, denn seine Positionsbestimmung bzw. das Wandern mit Karte und Kompass war ja schon ein alter Hut. Mich reizte damals an der ganzen Sache die technische Komponente.

Wie funktioniert also diese Erfindung?

Das Ganze wird „GPS – Global Positioning System“ genannt, was nichts anderes bedeutet als „Ich ermittle meine Position anhand von Satelliten im All und eines Empfängers“. Je mehr Satelliten mit seinem Empfänger geortet werden, desto besser ist die Bestimmung seiner Position auf der Erde.
Anfänglich war ich da noch nicht so hinterher, aber ich merkte schnell, wie die Schnitzeljagdära von früher zurückkam. Es packte mich einfach – eine Schatzsuche auch für Erwachsene. Genau das was ich schon in meiner Kindheit gerne gemacht habe.

Wenn 500 m Querfeldein zur Qual werden.

Eine kurze Vorbereitung war aber doch noch nötig. Im Internet musste ich mich auf einer Homepage kostenlos registrieren, da ich sonst nicht an die Koordinaten gekommen wäre. Diese habe ich dann in meinen GPS-Empfänger eingegeben und schon konnte es losgehen. Ich machte mich auf den Weg, aber schon auf den ersten Metern stellte ich fest, dass 500 m Querfeldein nicht unbedingt kurz sind. Vergleichbar mit einem Stück Landstraße oder Feldweg, war das hier wirklich eine Qual. Kurzerhand machte ich Umwege, die mich aber letztendlich doch schneller an das Ziel gebracht haben. Bei den Koordinaten war ein kleiner Schatz in einer wasserdichten Dose. Der Inhalt war ein kleines Logbuch, ein „Travelbug“ und kleine Spielsachen zum Tauschen. Tauschen wollte ich eigentlich nichts, aber was war dieser „Travelbug“? Ich übersetzte es mit „Reisekäfer“! Da konnte ich mir erst einmal gar nichts drunter vorstellen und war auf die Erklärung gespannt.
Zu Hause habe ich mich dann im Internet schlau gelesen. Ein „Travelbug“ ist ein Gegenstand der eine Aufgabe hat. Diese Aufgabe steht im Internet auf der „Cacheseite“. So will ein „Travelbug“ in den Süden, der andere in den Norden. Manche wollen nur das Ausland sehen, andere dagegen möchten gerne in den lokalen Regionen bleiben. Der „Travelbug“, den ich gefunden habe, wollte gerne auf sämtlichen Konzerten fotografiert werden. Leider hatte ich kein Konzert in Planung, sonst hätte ich das Ding mitgenommen.

„Multis“ & „Nachtcaches“

Auf meiner Reise durch die digitale Welt bin ich aber auch noch auf weitere Details gestoßen. Ein ganz normaler „Cache“ wird „Traditional Cache“ genannt. Im Internet stehen wieder Koordinaten wo der „Cache“ versteckt ist.
Eine weitere Art von „Caches“ ist der „Multi-Cache“. Im Internet stehen nun wieder die Koordinaten. Dieses Mal waren es aber nur Startkoordinaten. Aber wo war nun der Unterschied? Hier werden durch kleine Rätsel oder Rechenaufgaben weitere, neue Koordinaten preisgeben. Also nur wenn die Aufgabe gelöst wird, gelangt man ans Ziel. Wie viele Stationen dieser „Cache“ hat, hängt dann nur noch von dem „Cacheleger“ ab. Je mehr Rätsel desto spannender.
Eine weitere Variante, meiner Meinung nach die beste, ist der „Nachtcache“. Bewaffnet mit einer starken Taschenlampe wird sich in der Dämmerung auf den Weg zu den Koordinaten aus dem Internet gemacht. Leuchtet man dann durch die Gegend, fängt auf einmal der Wald an zu funkeln, da an dem richtigen Weg Reflektoren hängen, denen gefolgt werden muss. Die Atmosphäre im dunklen Wald ist hier besonders spannend. Das Ergebnis ist meist vergleichbar mit anderen „Caches“.

Nur mit GPS auf einen Hajk gehen?

Ich mache nun seit meiner ersten Begegnung immer mal wieder dieses Hobby, weil es einfach eine Abwechslung zu dem klassischen Karte-und-Kompass-Spielchen ist. Wenn ich mir aber nun überlege auf einem Hajk nur auf dieses technische Hilfsmittel zu setzen, würde ich wahrscheinlich nach einem Tag die Krise kriegen. Oft ist es so, dass die Technik einen genau dann im Stich lässt, wenn sie gerade am ehesten gebraucht wird. So sind beispielsweise die Akkus des Empfängers alle oder er findet keinen Satelliten. So stand ich auch schon oft im Wald und dachte „Hier müsste es eigentlich sein…“!
Auf jeden Fall ist es eine Herausforderung und ein schönes Hobby, doch so richtig kann und will ich mich auf einer Wanderung nicht drauf verlassen. Da nehme ich lieber die alte zerknitterte Karte und meinen Kompass, denn so ist mir das Ziel wenigstens sicher.

Probiert es aus, es ist eine schöne Abwechslung.

Advertisements
Vorheriger Beitrag
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: