Ente gut, alles gut

Das Landespfingstlager hat dem LV gut getan und Impulse gesetzt. Eine kleine Nachlese

von Chrise

Wenn man mit sieben, acht Jahren auf sein erstes Landespfingstlager fährt, hat man irgendwann im Winter eine Einladung aus der Meutenstunde nach Hause getragen und dann geht es irgendwann los. Ein tolles, beeindruckendes Pfadfinderwochenende, das man so groß noch nicht erlebt hat.Wenn man ein Landespfingstlager veranstalten will, sucht man sich ca. anderthalb Jahre vorher eine kompetente Lagerleitung. Diese stellt sich ein Team von Bereichsleitern zusammen, die ebenfalls motivierte Leute um sich scharen und von der Verpflegung bis zum Programm in gut einem Jahr alles vorbereiten.

Was bleibt?

Auch wenn es nur vier Tage sind: Ein Landespfingstlager ist ein Großprojekt, logistisch, organisatorisch, finanziell. Zu Recht muss man sich die Frage stellen, was bleibt? Hat sich der Aufwand für uns gelohnt?
Großlager können Identität stiften. Als einzige Aktion, bei der der ganze Landesverband zusammenkommt, hat das LaPfila ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Ein Bundeslager mag hier noch imposanter und eindrucksvoller sein, aber zumindest bisher sind unsere Wölflinge hier nicht dabei. Besonders für diese ist das LaPfila ein tolles Erlebnis. So ein Lager kann zeigen, dass Pfadfinden mehr ist als die eigene Gruppe zu Hause, es ist eine große Gemeinschaft. Wir Älteren wissen das, die meisten von uns waren schon auf vielen Großlagern dabei.

Fast alle versuchen dabei zu sein

Trotzdem muss das LaPfila eine besondere Faszination auch auf Ranger/Rover und Erwachsene ausüben, denn fast alle versuchen irgendwie dabei zu sein. Ein derartig großes und aufwändiges Projekt ist mehr als nur ein Klassentreffen. Derartiger Aufwand ist nur dann gerechtfertigt, wenn mehr dabei rumkommt, als ein gut gemachtes Wochenende, wo man auch mal Leute aus anderen Stämmen trifft. Das Landespfingstlager kann wertvolle Impulse für die Arbeit in den Gruppen geben. Es lohnt sich nicht, wenn es ein schönes Wochenende ist, das keinerlei nachhaltige Wirkung erzielt. In Almke haben wir dieses Jahr vieles richtig gemacht.

 

Das Programm.

Das Thema Entenhausen hat perfekt funktioniert. Allen Skeptikern zum Trotz, die die Bestätigung von Fähnlein Fieselschweif Klischees fürchteten, wurde ein beispielhaftes Programm auf die Beine gestellt. Das lag vor allem am Engagement des Teams mit liebevollen Verkleidungen und tollen Bühnenshows. Vor allem aber wurde ein Thema gewählt, das für jeden Teilnehmer absolut fassbar war. Kein abstraktes Motto, sondern einfach eine gute Geschichte. Hier haben wir dazugelernt. Ganzheitliches, qualitativ hochwertiges Programm lässt sich eben auch mit einer einfachen, gut bekannten Geschichte machen. Und relativ günstig war es obendrein. Das sollten wir uns schon mal für das nächste Bundeslager merken.

Der Platz.

Für ein langes Wochenende eine grüne Wiese ganz ohne Infrastruktur für ein Lager mit diesen Dimensionen zu erschließen, ist Wahnsinn. Daher war Almke mit den vorhandenen Sanitäranlagen und Wasseranschlüssen eine gute Wahl. Genug Platz war außerdem vorhanden, hier und da waren Stammesgründe vielleicht nicht optimal verteilt. Wichtige Erkenntnis: Kleinere Gruppen brauchen relativ gesehen mehr Platz, da z.B. ein Küchenzelt doch immer gleich viel Platz wegnimmt. Auch wenn es hier teilweise besser hätte laufen können, verwundert es doch, dass man die Platzverteilung teilweise nicht einfach mit den Nachbarn, die vielleicht mehr Platz als nötig hatten, klären konnte. Anders herum auch auf die Anderen zuzugehen und etwas dichter zusammenzurücken, wenn man es gut getroffen hat, sollte ebenfalls selbstverständlich sein.

Die Technik.

Tip Top, anders kann man es nicht sagen. So muss ein Lager laufen: Technik nicht zum Selbstzweck, sondern für das Programm. Keine Übertreibungen, wie es sie auch schon gab, sondern eine wirklich schöne Bühne und am Wichtigsten: Spontanität. Wir sind Pfadfinder und keine Eventveranstalter, da kommt Vieles unvorhergesehen oder geht in der Vorbereitung unter. Kurzfristige Anfragen aus dem Programm oder Café wurde prompt und ohne mit der Wimper zu zucken erledigt. Hut ab! Ich hoffe, ihr seid beim Bundeslager wieder dabei!

Die Verpflegung.

Wer jetzt noch gegen eine zentrale Lebensmittelversorgung ist, dem kann man auch nicht mehr helfen. Kann man es einfacher haben? Tolle Rezepte, tolle regionale saisonale Gerichte. Bei der großen Auswahl für jeden Tag dürfte auch für jeden was dabei gewesen sein. Verbesserungsvorschläge wurden bereits notiert, z.B. ein gemeinsames Treffen zum Lagerbeginn mit allen Köchen oder vorab Zusatzinfos, welche Rezepte den größten Schnippelaufwand haben. Wenn einzelne Aufschnittsorten am letzten Tag knapp werden, geht das in Ordnung. Keiner verhungert, besser möglichst viel aufessen, als hinterher übrig haben.

Das Café.

Hier bin ich voreingenommen. Mir hat es Spaß gemacht, die Stimmung war gut und offenbar ist das Café gut angekommen. Für die zentrale Lage war die Band am letzten Abend zu lange zu laut, da hätte man vorher besser planen müssen. Insgesamt gehörte der Auftritt der Potheen Rovers aber sicher zu den Highlights des Lagers. Etwas mehr Verständnis, dass das Café eine Sperrstunde braucht, wäre schön, das Zumachen war jedes Mal ein Kraftakt. Ein Lager, bei dem das Programm für Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt steht und die meisten der Cafébesucher Verantwortung für viele Minderjährige tragen, braucht keinen Bierausschank bis in die Morgenstunden.

Es gab natürlich noch mehr eifrige Helfer, wie die Sanitäter, unseren Schatzmeister und das Team Kommunikation, die erheblich zum Gelingen des Lagers beigetragen haben. Damit wir weiterhin so schöne Lager haben können, welche wichtige Impulse für die Stammesarbeit geben, sei jeder, der keine Aufgaben in seinem Stamm mehr wahrnimmt, eingeladen sich im Team zu engagieren. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt: Nach dem LaPfila ist vor dem Bula. Ich freu mich drauf.

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