Mit Höhenangst zwischen Gipfelkreuz und Schokoladenfabrik

Ein Sommerlager in den österreichischen Alpen mit Pfadfindern der Stämme Altai-Maral (Celle) und Voortrekker (Braunschweig). Ein Bericht

von Christopher.

Montag, 1. August 2011

Schon morgens starteten die die sieben Celler Pfadis zusammen mit ebenfalls sieben Pfadis aus Braunschweig und einem aus Fischbeck ihre Sommerfahrt und fuhren mit dem Zug in die Alpen, um dort 14 unvergessliche Tage zu erleben.

Als wir am Abend endlich am Zielbahnhof Schruns ankamen, wurden wir von Mola, Olli und Molas Vater Rainer bereits empfangen. Sie sind mit dem Celler Stammesbus gefahren und haben das Zeltmaterial bereits zum Lagerplatz gebracht. Obwohl wir schon völlig fertig von der langen Fahrt waren, liefen wir den „Barthalomäberg“ zu unserer schönen Lagerwiese hoch. Nach etwa 20 Minuten kamen wir dort an. Glücklicherweise war der Bus schon leer geräumt. So mussten wir nur noch unsere Kohten aufstellen, während die Älteren die Küche aufbauten, um dort noch ein herrliches Abendessen zu zaubern. Nach der Mahlzeit waren wir so erschöpft, dass wir alle recht bald in unseren Schlafsäcken verschwunden waren.

Dienstag, 2. August

Am nächsten Morgen mussten wir noch die Jurte aufbauen und den Lagerplatz für die Lagereröffnung herrichten. Später am Nachmittag folgte eine lohnende Dorfrallye durch Schruns. Hierbei konnten wir allerlei Sehenswürdigkeiten erkunden und lernten uns in dem schnuckeligen Dorf zurechtzufinden. Als Abendprogramm stand ein geselliger Abend mit Gesellschaftsspielen auf dem Plan.

Mittwoch, 3. August

Für den dritten Tag führte uns eine Wanderung durchs Silbertal entlang der Litz mit vielen großen und kleinen Wasserfällen. Am Lagerplatz angekommen erwartete uns ein spektakulärer Kochwettbewerb zwischen den Cellern und Braunschweigern, der jedoch unentschieden ausfiel. Nach diesen pompösen Mahlzeiten wurde am Abend in der Jurte der Lagerkönig ermittelt.

Donnerstag, 4. August

Heute führte uns der Bus auf die „Silvretta Hochalpenstraße“. Diese Straße hat 32 Serpentinen und die Fahrt war nicht für jeden Magen gemacht: Aus unserem TAKO (Tageskoordinator*) Nico wurde der „Tageskotzer“, der nach einer kurzen Pause die Fahrt zum Silvretta-Stausee wieder aufnehmen konnte. Dort angekommen teilten wir uns in zwei Gruppen auf: Einige wanderten um den Stausee, uns anderen führte der Weg über viele hohe Steigungen vorbei an Schafen zu einem Gipfelkreuz, von dem wir eine wunderbare Aussicht genießen konnten. Zurück am Lagerplatz wurden wir wieder mit genialem Essen verwohnt, bevor wir zum Jurtenabend übergingen.

Freitag, 5. August

Viele Kinder durften heute das erste Mal Seilbahn und Sessellift fahren. Obwohl einige Kinder und Eike an Höhenangst litten, fuhren alle mit auf den Berg und gingen sogar noch weiter zum Gipfelkreuz. Der Aufstieg war für Einige eine echte Herausforderung, doch die unglaubliche Aussicht entschädigte für jegliche Strapazen.
Nach einer ausgiebigen Pause machten wir uns auf den Heimweg. Der Tag klang mit Rikes pädagogischem Abendprogramm aus.

Samstag, 6. August

Weil auch ein Ausflug in eine größere Stadt nicht fehlen darf, ging es am Samstag in die Stadt Bludenz. Schon beim Eintreffen im Bahnhof wurden wir von einem etwas merkwürdigem Geruch überrascht, den wir kurze Zeit später der dort ansässigen Schokoladenfabrik zuordnen konnten. In Dreiergruppen erkundeten die Sipperlinge die Stadt. Am Abend hatten wir immer noch den Geruch von Schokolade in der Nase, der mittlerweile ziemlich unerträglich geworden war. Weil die Stadt nicht so der Hit war, gingen einige ins Freibad in Tsachagguns, einem Ort in der Nähe von Schuns. Das Abendprogramm gestaltete sich diesmal etwas künstlerischer, denn wir machten Trinkbecher aus Kokusnüssen. Dabei war das Wasser der Nuss überzeugender als das endgültige Ergebnis von einigen. Aber Spaß hat es alle Mal gemacht.

Sonntag, 7. August

Leider mussten wir morgens mit viel Regen aufwachen. Dies brachte unser gesamtes Konzept durcheinander, aber dennoch waren die Sipperlinge mit dem freien Vormittag zufrieden. Zur Abwechslung gingen wir am Nachmittag Kegeln. Am Abend konnten wir alle das schlechte Wetter vergessen, denn bei Ollis geil ausgearbeiteten „Familienduell“ hatten alle ihren Spaß: „Wir haben 100 Leute gefragt…“

Montag, 8. August

Heute erwartete uns die nächste Herausforderung: Europas längste Treppe mit 4000 Stufen! Während die ersten nach einer Stunde am Ziel waren, kamen die letzten völlig erschöpft erst nach zwei Stunden oben an. Der Rückweg führte uns durch einen Tunnel, in dem wir einiges zum Thema Bergbau lesen und sehen konnten. Abends hörten wir die Geschichten vom Känguru und Berts Katastrophen Geschichten. Dieses etwas andere Abendprogramm war sehr amüsant.

Dienstag, 9. August

Dann stand einer der Höhepunkte auf der Tagesordnung: Mit der Seilbahn führen wir zunächst auf den „Golm“, dort waren wir in den Wolken zum Greifen nahe: Der Nebel war so dicht, dass wir teilweise keine 50 m weit sehen konnten. Doch das ließ uns nicht davon abhalten mit alle Mann den Gipfel des Berges zu erklimmen. Am Fuße des „Golm“ besuchten wir einen Kletterwald. Es machte allen viel Spaß, auch denjenigen, die Höhenangst hatten. Viel mehr Spaß machte jedoch der letzte Teil der Talfahrt. Diesen legten wir mit der Sommerrodelbahn teilweise mit über 40 km/h zurück. Am Abend gab es noch einen lustigen Film zu sehen.

Mittwoch, 10. August

Der Mittwoch begann damit, dass wir alle mal ausschlafen konnten. Das war nach den anstrengenden Tagen auch notwendig. Am Nachmittag gab es dann eine kreative Werkstatt, bei der alle die Möglichkeit hatten sich Frühstücksbretter mit einem Brennpeter zu beschriften, einen türkischen Halstuchknoten zu binden oder mit einem Brennbogen Feuer zu machen. Letztere war leider die einzige Werkstatt, bei der es bei dem Versuch blieb. Die folgende Nacht durften alle in der Jurte schlafen, denn es wurden wieder Berts Katastrophen Geschichten vorgelesen. Trotz großen Gelächters fielen nach und nach alle in den Schlaf.

Donnerstag, 11. August

Heute wurde früher geweckt als üblich, denn es ging auf Hajk. Hierbei bildeten die Braunschweiger eine Hajkgruppe und die Celler Sippe „Adler“ eine zweite. Die Braunschweiger fuhren mit dem Zug Richtung Norden und gingen von Dort zum Lagerplatz zurück, die Celler wurden mit dem Auto in die andere Richtung gebracht und sollten von dort aus unseren Platz anlaufen. Mola, Rainer, Olli, Eike und ich blieben auf dem Lagerplatz und hielten dort die Stellung. Doch schon nach wenigen Stunden beklagten die Adlers einen Sturz, so dass die Jungs später am Abend wieder abgeholt werden mussten. Dennoch hatten sie ihre Situation super gemeistert.

Freitag, 12. August

Freitag, das war der Tag für Mola, Olli und mich. Wir hatten uns entschlossen eine Extremwanderung auf den Berg „Drei Türme“ zu machen. Dazu klingelte unser Wecker diesmal schon um halb sechs. So konnten wir pünktlich um 8 Uhr mit der Wanderung starten. Die drei kahlen Felstürme kamen uns immer näher, doch unsere Kräfte gingen noch schneller verloren als der Berg näher kam. Doch Aufgeben gab es für uns nicht. Völlig erschöpft haben wir gegen 14 Uhr die erste der drei Spitzen erreicht. Die Aussicht war unbeschreiblich gigantisch. Doch weiter ging es, die höchste der drei Spitzen zu erklimmen. Diese liegt auf 2865 m Höhe. Leider mussten wir uns schnell auf den Rückweg machen, denn der Himmel zog sich zu und in den vergangenen Tagen hatten wir gelernt, dass sich das Wetter hier von einer Minute auf die andere extrem verschlechtern kann. Und wir hatten noch den ganzen Rückweg vor uns. Aber wir hatten Glück, das gute Wetter hielt sich. Unglücklicherweise kamen Mola und ich etwas vom „Weg“ ab und landeten plötzlich auf einer steilen Geröllwand und kamen weder vor noch zurück. Erst nachdem wir etliche Gerölllawinen ausgelöst hatten und mehrmals beinahe in die Schluchten gestürzt waren, haben wir den sichern Pfad erreicht. Nach 12 Stunden waren wir endlich wieder im Tal. Das war für uns drei sicher der abenteuerreichste Tag der Fahrt, wenn nicht sogar unseres Lebens.

Samstag & Sonntag, 13. & 14. August

Am Samstag kamen die Braunschweiger von ihrem Hajk wieder. Zur Entspannung für uns alle gingen wir geschlossen ins Freiband, bevor jeder am Abend von seinen Erlebnissen des Hajks Bericht erstattete. Am Sonntag wurden wir wieder früh geweckt, denn die Abreise stand bevor. Nach einem zügigen Abbau und einer emotionalen Abschlussrunde ging ein sehr erlebnisreiches Lager leider zu Ende.

Abschließend können wir alle sagen, dass diese Fahrt ein riesengroßer Erfolg zweier ebenso cooler Stämme war. Die nächste Großfahrt zusammen mit den Cellern und Braunschweigern für 2012 ist bereits in Planung.

Bilder und Informationen: http://www.bdp-celle.de.

*Die ursprüngliche Bedeutung von TaKo ist Tageskornett (Anm. der Red.).

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