Was wäre wenn…

…ich nicht zu den Pfadfindern gekommen wäre?

von Fredi
 

Nach dem ersten langen Lager schätzt man die kleinsten Dinge im Leben

Ich denke, jeder von uns hat schon einmal darüber nachgedacht, was wohl aus ihm geworden wäre, wenn er nicht zu den Pfadfindern gekommen wäre. Eine Frage, die man sich bei vielen Dingen im Leben stellen kann.

Es gibt eine Phase im Leben, in der man sich besonders verändert und sich viele Dinge entscheiden, auch bei den Pfadfindern. Es ist die Pubertät. Es ist die Zeit, wo sich entscheidet, ob man bei den Pfadfindern bleibt oder nicht. Viele Dinge verändern sich, man muss seinen Körper neu kennen lernen und das andere Geschlecht bekommt eine ganz andere Bedeutung. Draußen schlafen wird plötzlich uncool, wobei es doch früher die tollste Sache der Welt war und Mama und Papa auch oft genug im Garten dafür herhalten mussten.
Hat man diese Phase also überstanden, wird einem wohl am deutlichsten bewusst, was die Pfadfinder aus einem gemacht haben, aber vor allem, was wir im Leben gewonnen haben: Eine riesengroße zweite Familie.

Viele Freunde, die selbst nicht bei den Pfadfindern sind, können es oft nicht verstehen, wieso wir das alles machen: Draußen schlafen, viele Tage nicht duschen, wandern, auf dem Feuer kochen. Spätestens nach dem ersten langen Lager oder der ersten langen Fahrt hat jeder von uns gelernt, die kleinsten Dinge im Leben schätzen zu wissen und zu erkennen, wie gut wir es im Leben doch haben. Dann wird sich über eine warme Dusche oder normale Toilette gefreut, als hätte man noch nie eine zu Gesicht bekommen, das Bett mit Matratze wird zum absoluten Luxusmöbelstück. Und trotzdem zieht es uns immer wieder in die Natur, weil es auch ein wenig wie ein Ausbruch aus dem normalen Leben ist. Oft bekommen wir kaum mehr mit, was in der Welt passiert. Wir sind auf uns gestellt, und es zählt nur noch der Zusammenhalt in der Gemeinschaft, und genau das brauchen wir manchmal. Für uns ist die Pfadfinderei ein Rückzugsort, eine andere Welt, in die wir gehen können, wenn wir aus dem normalen Leben ausbrechen wollen.
Vielen gibt das Pfadfinderdasein aber auch die Möglichkeit, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen, festzustellen, wo eventuelle berufliche Neigungen liegen, ob einem  mehr das Organisatorische liegt oder mit Kindern zu arbeiten.

Doch letztendlich können wir gar nicht sagen, was aus uns geworden wäre…

Ich denke, dass die Pfadfinderei uns auf der einen Seite zu „besseren“, vor allem gemeinschaftlicheren Menschen gemacht hat. Auf der anderen Seite hat sie so viele tolle Erinnerungen und Erfahrungen gebracht, dass wir sie nur schwer in Worte fassen können.
Doch letztendlich können wir gar nicht sagen, was aus uns geworden wäre, wenn wir nicht zu den Pfadfindern gekommen wären. Denn wir sind alle diesen Weg gegangen und können so auf eine schöne, ereignisreiche, naturverbundene und einfach unglaubliche Zeit zurückblicken und weiterhin vorausschauen, die jedem von uns im Laufe der Zeit auch seine eigenen individuellen Stärken und Schwächen aufzeigen konnte.

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