Leidenschaft trotz Vorurteilen

Wer Pfadfinden lebt, lebt auch mit der Konfrontation von Vorurteile

von Michael

„Du bist Pfadfinder, so richtig wie beim Fähnlein Fieselschweif?“ – Wie oft habe ich das schon gehört! Pfadfinder und die Pfadfinderei sind mit so vielen Vorurteilen behaftet wie kaum kein anderes Hobby, aber woran liegt das?

Sicherlich daran, dass die wenigsten Menschen genau wissen, was wir bei den Pfadfindern überhaupt machen und erleben. Und diejenigen, die eben nicht wissen, was wir machen, verlassen sich auf Gerüchte, Vorurteile und Unwahrheiten.

Ich möchte nun über ein paar Vorurteile und persönliche Erfahrungen berichten, die ich in meiner Pfadfinderzeit erleben durfte. Wie schon erwähnt, werden Pfadfinder oft mit Tick, Trick, Track aus dem Disney-Comic verglichen. Aber dass die Pfadfinder in Deutschland eher nichts bis sehr wenig mit dem Comic gemeinsam haben, wissen die meisten Außenstehenden nicht. Als Gemeinsamkeiten könnte ich außer dem Namen Pfadfinder und dem Halstuch nur wenig aufführen.

„Was hast Du für einen Dienstgrad? Ist das nicht von der HJ?“

Das Gerücht, dass die Pfadfinder von der Hitlerjugend abstammen, kann man gänzlich abstreiten. Die Geschichte der Pfadfinder beginnt weit vor dem Dritten Reich. Während der Zeit der HJ wurden Pfadfinder verboten und einige Gruppen waren am aktiven Widerstand gegen die Nazis beteiligt. Zwar hat die HJ einige Elemente dieser Jugendbewegung übernommen, wie z.B. unser Auftreten in Kluft und Halstuch, mit der Fahne und den Affen (Feldtornister) – jedoch hatte dies in keinerlei Hinsicht etwas mit der Idee der Pfadfinderei zu tun.
Eng damit verbunden werde ich oft nach meinem „Dienstgrad“ oder der „Uniform“ bei den Pfadfindern gefragt, oder ob ich schon besonders viele Orden und Abzeichen bekommen hätte. In diesem Fall hatten solche Mitmenschen wohl einen Pfadfinder vor Augen, der mehr nach einem Anhänger des Militärs ausschaut. Aber was vielen als Symbol für die Pfadfinderei im Gedächtnis bleibt, ist das Halstuch als Erkennungszeichen, weniger ob es blau, gelb, grün oder rot ist, aber sie wissen, Pfadfinder tragen Halstücher!

Jeden Tag eine gute Tat

Das Sprichwort, das man den Pfadfindern nachsagt „Jeden Tag eine Gute Tat“, hält sich immer noch hartnäckig in der Bevölkerung fest. Nach diesem Sprichwort helfen wir täglich einer alten Frau über die Straße, selbst wenn sie gar nicht will – welch ein entzückendes Bild für jeden Betrachter. Für uns kein eingebranntes Motto, was wir jeden Tag erfüllen müssen, sondern eine Selbstverständlichkeit, denn letztendlich leben wir nach unseren Regeln, z.B. „Ich will hilfsbereit und rücksichtsvoll sein.“

Feuer entfachen mit Stöckchen und Würmer essen…

Unser Drang, in die Natur und auf Fahrt zu gehen, erweckt oft den Anschein, dass wir „survival“ unterwegs wären, Feuer nur durch das Aneinanderreiben von Stöckchen entfachen könnten und Würmer essen würden. Das stimmt nur bedingt, denn ich habe es zwar selber schon öfters ausprobiert, ein Feuer ohne Hilfsmittel zu entfachen, aber bis jetzt hat es nur eher selten bist gar nicht funktioniert. Ein Pfadfinder zu sein heißt also nicht automatisch, dass ich Feuer ohne Hilfen entfachen kann und Würmer esse, denn der Behauptung, dass Würmer nach Hähnchen schmecken, bin ich bis jetzt noch nicht nach gegangen, da wir gute Köche haben, die selbst auf Fahrt lecker kochen.

„Haben Pfadfinder wirklich immer ein Messer dabei?“ – Mir ging es im Alltag öfter so, dass jemand ein Messer brauchte und ich wurde angeschaut und gefragt: „Du hast doch bestimmt ein Messer dabei. Du bist Pfadfinder!“ Ein Messer dabei zu haben ist in vielen Situationen eine gute Idee, aber dennoch habe ich im Alltag nicht immer ein Messer dabei.

„Müsst ihr immer vor dem Essen beten?“

„Sind Pfadfinder katholisch oder evangelisch?“ – Ist das nicht egal? Denn gerade bei den Mitgliedern des BdP ist die Angehörigkeit der Religion oder eines Glaubens nicht von Bedeutung. Dennoch gibt es Bünde wie den VCP oder die DPSG, die der evangelischen bzw. der katholischen Kirche zugeordnet sind. Wir sind unabhängig, denn die Pfadfinder sind weder parteipolitisch ausgerichtet, noch konfessionell oder kulturell gebunden.

Zu unserer Leidenschaft stehen.

Jeder von uns könnte noch unzählige solcher Geschichten erzählen, aber das darf uns nicht stören. Denn das Wichtigste ist, dass wir uns deswegen nicht verstecken, sondern uns treu bleiben, die Pfadfinderei leben und vor allem zu unserer Leidenschaft stehen.

„Was hast Du für einen Dienstgrad? Ist das nicht von der HJ?“

Das Gerücht, dass die Pfadfinder von der Hitlerjugend abstammen, kann man gänzlich abstreiten. Die Geschichte der Pfadfinder beginnt weit vor dem Dritten Reich. Während der Zeit der HJ wurden Pfadfinder verboten und einige Gruppen waren am aktiven Widerstand gegen die Nazis beteiligt. Zwar hat die HJ einige Elemente dieser Jugendbewegung übernommen, wie z.B. unser Auftreten in Kluft und Halstuch, mit der Fahne und den Affen (Feldtornister) – jedoch hatte dies in keinerlei Hinsicht etwas mit der Idee der Pfadfinderei zu tun.
Eng damit verbunden werde ich oft nach meinem „Dienstgrad“ oder der „Uniform“ bei den Pfadfindern gefragt, oder ob ich schon besonders viele Orden und Abzeichen bekommen hätte. In diesem Fall hatten solche Mitmenschen wohl einen Pfadfinder vor Augen, der mehr nach einem Anhänger des Militärs ausschaut. Aber was vielen als Symbol für die Pfadfinderei im Gedächtnis bleibt, ist das Halstuch als Erkennungszeichen, weniger ob es blau, gelb, grün oder rot ist, aber sie wissen, Pfadfinder tragen Halstücher!
Jeden Tag eine gute Tat
Das Sprichwort, das man den Pfadfindern nachsagt „Jeden Tag eine Gute Tat“, hält sich immer noch hartnäckig in der Bevölkerung fest. Nach diesem Sprichwort helfen wir täglich einer alten Frau über die Straße, selbst wenn sie gar nicht will – welch ein entzückendes Bild für jeden Betrachter. Für uns kein eingebranntes Motto, was wir jeden Tag erfüllen müssen, sondern eine Selbstverständlichkeit, denn letztendlich leben wir nach unseren Regeln, z.B. „Ich will hilfsbereit und rücksichtsvoll sein.“
Feuer entfachen mit Stöckchen und Würmer essen…
Unser Drang, in die Natur und auf Fahrt zu gehen, erweckt oft den Anschein, dass wir „survival“ unterwegs wären, Feuer nur durch das Aneinanderreiben von Stöckchen entfachen könnten und Würmer essen würden. Das stimmt nur bedingt, denn ich habe es zwar selber schon öfters ausprobiert, ein Feuer ohne Hilfsmittel zu entfachen, aber bis jetzt hat es nur eher selten bist gar nicht funktioniert. Ein Pfadfinder zu sein heißt also nicht automatisch, dass ich Feuer ohne Hilfen entfachen kann und Würmer esse, denn der Behauptung, dass Würmer nach Hähnchen schmecken, bin ich bis jetzt noch nicht nach gegangen, da wir gute Köche haben, die selbst auf Fahrt lecker kochen.
„Haben Pfadfinder wirklich immer ein Messer dabei?“ – Mir ging es im Alltag öfter so, dass jemand ein Messer brauchte und ich wurde angeschaut und gefragt: „Du hast doch bestimmt ein Messer dabei. Du bist Pfadfinder!“ Ein Messer dabei zu haben ist in vielen Situationen eine gute Idee, aber dennoch habe ich im Alltag nicht immer ein Messer dabei.
„Müsst ihr immer
vor dem Essen beten?“
„Sind Pfadfinder katholisch oder evangelisch?“ – Ist das nicht egal? Denn gerade bei den Mitgliedern des BdP ist die Angehörigkeit der Religion oder eines Glaubens nicht von Bedeutung. Dennoch gibt es Bünde wie den VCP oder die DPSG, die der evangelischen bzw. der katholischen Kirche zugeordnet sind. Wir sind unabhängig, denn die Pfadfinder sind weder parteipolitisch ausgerichtet, noch konfessionell oder kulturell gebunden.
Zu unserer Leidenschaft stehen.
Jeder von uns könnte noch unzählige solcher Geschichten erzählen, aber das darf uns nicht stören. Denn das Wichtigste ist, dass wir uns deswegen nicht verstecken, sondern uns treu bleiben, die Pfadfinderei leben und vor allem zu unserer Leidenschaft stehen.

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