Dabei bei der Utopie – die Pfadfinderakademie 2010

Warum bin ich zur Akademie gefahren? Um etwas für mich selbst zu tun? Um Leute aus dem LV wiederzutreffen? Um mal wieder an einem Programm teilzunehmen, das ich nicht selber plane? Um die Welt ein bisschen besser hinterlassen zu können, als ich sie vorgefunden habe?!

vonSofia

Vom 5. bis 7. November trafen sich 52 Mitglieder für die Pfadiakademie, den Küchenkurs und als Teamer in Springe im Landschulheim Tellkampfschule. Erstmalig fanden die beiden Kurse parallel statt. Das Motto der Pfadiakademie 2010 war „Utopia“. Nachdem am Freitagabend alle eintrudelt waren, gab es beim Abendessen vom Küchenteam eine erste Kostprobe. Im Anschluss begann die Akademie mit einem Rückblick auf die letzten Jahrzehnte und die Utopien, die die Menschen zu diesen Zeiten hatten. Gleich darauf startete auch schon der erste Workshop für die Akademieteilnehmer. Das Angebot am ersten Abend beinhaltete die Workshops Rechte Bünde – Umgang vor Ort/ BdP-Bezug, Taschennähen mit der Maschine, Emaillieren und „Ab ins Ausland, ein erster Schritt“.

Workshops von der Utopie bis hin zur Wirklichkeit

Ich habe an diesem Freitagabend den Workshop zum Auslandsjahr besucht. Begonnen hat dieser Workshop mit
einer zunächst stummen Diskussion. Wenn ich zurück nach Deutschland komme, inwiefern habe ich mich verändert? Was habe ich gelernt? Was habe ich erlebt? So haben wir über unsere Erfahrungen, Träume und Wünsche diskutiert.Während ich noch von einem Highschooljahr träumte, dachten andere schon über das Auslandssemester nach. Nach den ersten Workshops ließen wir den Abend mit Gesang und Tschai gemeinsam ausklingen.

Mit der richtigen Atemtechnik auf der Jagd nach Geocaches

Ebenso gemütlich begann der Samstagmorgen mit dem Frühstück, liebevoll vom Küchenteam vorbereitet.
Nach dem letzten Morgenkaffee gingen nun die
nächsten Workshops los. Die Themen waren Atem- und Stimmtechniken – das richtige Vortragen, Life/WorkPlanning und Zirkus.Ich entschied mich für den Workshop „Atem- und Stimmtechniken – das richtige Vortragen“, weil mein Auftreten, denke ich, auch oftmals unsicher wirkt. Christian half uns durch Übungen wie das Sprechen mit einem Korken im Mund, eine bessere Artikulation zu erlernen. Wir versuchten uns besser auf unsere Atmung während des Vortragens zu konzentrieren und ein besseres, sicheres und souveränes Auftreten zu vermitteln. Dies ist gerade bei unserer Arbeit mit Eltern wichtig. Nach den Workshops gab es zunächst wieder ein leckeres Mittagessen des Küchenkurses und
nach einer Pause ging es weiter mit Workshops.

Der Nachmittag brachte uns Baumklettern, Geocachen, systemische Beratung und Ton-Podcasts erstellen. Der Baumkletterworkshop startete etwas früher, da dies noch im Hellen passieren musste. Ich zog an diesem Nachmittag das Geocaching-Angebot vor. Zunächst meldeten wir uns im Internet auf der Seite http://www.geocaching.com an und Timo erläuterte kurz, was Geocachen als moderne Form der Schnitzeljagd überhaupt ist. Gleich danach zogen wir alle jeweils zu zweit mit einem GPS-Gerät los und suchten unseren ersten Cache. Wir brachten einige Höhen hinter uns und fanden mit Mühe unser Ziel, trugen uns alle in das beiliegende Logbuch ein und machten uns auf den Weg zum nächsten. Zurück im Haus folgte eine Diskussion über das Geocachen bei den Pfadfindern. Ich denke für jeden, der Spaß an der Natur hat und Nervenkitzel braucht, ist Geocachen ein schönes Hobby.

Geschlechtertausch und andere Herausforderungen an die Gesellschaft der Zukunft

Damit war nun auch der letzte Workshop schon vorüber und der Abend konnte beginnen. Spannend ging es weiter, denn jeder Teilnehmer unterzog sich einer Geschlechtsumwandlung. Fragen wurden aus der Sicht des anderen Geschlechts neu diskutiert. Der Kampf um das Rückverwandlungsmedikament begann! Draußen war es schon dunkel, das einzige Licht boten Knicklichter, mit denen wir uns die Freiheit erkaufen mussten. Nachdem der matschig-rutschige Kampf zu Ende war und wir alle unsere Identität wieder hatten, konnten wir auch den letzten Abend mit Gesang oder auch einem spannenden Vortrag über ein Soziales Jahr in Nepal ausklingen lassen. Für alle, die an diesem Abend noch nicht genug Bewegung hatten, fand noch eine Suche nach einem „Nightcache“ statt. Ein aufregender Tag endete.

Der Sonntag begann gemütlich mit einem tollen Frühstück. Später versammelten sich alle in der Turnhalle und es wurden die Diskussionsthemen vorgestellt, die am Sonntag noch stattfinden sollten. Recht auf Biodiversität (biologische Vielfalt, Anm. d. Red.), Kinderrechte, Datenschutz und Gentrifizierung in Städten standen zur Wahl. Mich interessierte am meisten die „Biodiversität“. Dieser kleine Workshop fing zunächst mit einer Stoffsammlung an. Was
ist Biodiversität? Brauchen wir Gentechnik? Welche Folgen hat Gentechnik? Gentechnik: nur negative Aspekte? Ein sehr umfassendes Thema, über das wir wahrscheinlich noch stundenlang hätten diskutieren können. Klar muss jedem sein, das gentechnisch veränderte Pflanzen einen negativen oder nicht absehbaren Einfluss auf die Biodiversität haben. Gentechnik kann jedoch in der Medizin äußerst nützlich sein.

Unsere Utopien als gute Vorsätze

Auf jeden Fall ein sehr interessanter Workshop zum Abschluss! Nach etwa drei Stunden Aufräumen war es geschafft und ein letzter Abschlusskreis wurde gemacht. Wie nach jedem Kurs kam dann leider der große Abschied. Jedoch nahm, denke ich, jeder Teilnehmer etwas für sich mit nach Hause. Sei es der erste Schritt auf dem Weg ins Ausland, der gute Vorsatz sich mehr für Kinderrechte einzusetzen oder ein neues Hobby, das man durchs Baumklettern, Kochen oder Geocachen gewonnen hat. Alle Teilnehmer fuhren am Sonntagnachmittag mit mehr oder weniger „utopischen“ Gedanken nach Hause.
Ein wirklich tolles Wochenende, das mich persönlich sehr geprägt hat.

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