Zeitlos gültig

Warum unsere Pfadfinderregeln so gut sind, weshalb es oft an der Vermittlung scheitert und wie allein es möglich ist sie auch als Werte zu leben…

von Backe

Solange wir nicht beschließen, dass diese Werte nicht mehr für uns gelten, dass der jugendbewegte Mensch von Morgen neue Maßstäbe erfüllen muss, sind unsere Regeln aktuell.

Wir alle haben uns zu den neun Regeln bekannt und versprochen, unser Leben daran zu orientieren. Unsere Regeln sind alt, sind sie vielleicht sogar überholt? Sind unsere Vorgaben noch zeitgemäß oder wird es nicht Zeit, sich den Veränderungen in unserer Gesellschaft und unserer modernen Welt zu stellen und die Werte, die wir alle für uns in Anspruch nehmen, zu modernisieren? Die einfache Antwort auf diese Frage lautet: Nein.

Diese Antwort ist deshalb so einfach, da unsere Regeln, genau wie die Zehn Gebote, zeitlose Gültigkeit besitzen. Es sind Regeln für ein gutes, freundliches und respektvolles Miteinander verschiedenster Menschen. Unsere Regeln sind Definition und Qualitätskriterium für uns als Gemeinschaft von PfadfinderInnen.

Einzig der Weg, sie zu vermitteln, muss sich ändern. Reichte es in meiner Kindheit noch, sie einfach auswendig zu lernen für die Versprechensfeier und in späteren Jahren langsam die Bedeutung dessen zu erfassen, was ich versprochen habe, so muss dem aufgeweckten Kind von heute anders begegnet werden. Die Verlockungen von Spielekonsolen, Handys, anderen Hobbies und der zunehmenden Belastung durch Schule und Hausaufgaben muss ein Kind hinter sich lassen können.

Wenn der junge Asket fern von daheim, mit ein paar anderen Jugendlichen fremde Länder erkundet und seine eigenen Grenzen kennenlernt, dann lernen alle in der Gemeinschaft mehr oder weniger automatisch, wie wichtig gegenseitige Rücksichtnahme und Achtung voreinander sind. Was Teamarbeit und Aufrichtigkeit bewirken können. Warum wir die Natur erhalten wollen.

Woran scheitert die Vermittlung unserer Regeln?

All diese Dinge erfährt man in einer Sippe auf Fahrt. Dieses Mittel ist ebenfalls gut und bewährt und es bietet alles, was es braucht, um die Bedeutung unserer Regeln zu erleben. Doch wenn es nicht an den Regeln selbst und auch nicht an der Art sie zu vermitteln liegt, woran scheitert die Vermittlung an unseren Nachwuchs dann?

Antworten lassen sich leicht finden: In unserer modernen Zeit ist dies zu vermitteln auf Grund der vielfältigen Annehmlichkeiten einfach schwieriger geworden. Vielleicht liegt es auch an der Art und Weise, wie man heute auf Fahrt geht.

Die Eltern vertrauen in Zeiten von Kindesentführern und Vergewaltigern lieber dem stündlichen Anruf auf dem Handy des Kindes, als dem 14jährigen Sippenführer mit seinen paar Ausbildungskursen und dem Vertrauen des Stammesführers. Wie soll ein Kind abgeschieden von Eltern und Alltag sein, wenn die Welt nur ein paar kleine Tasten entfernt liegt? Wieso reicht nicht das Notfall-Handy des SiFü´s aus? Scheitert unsere Jugendbewegung an der irrigen Angst der Eltern?

Warum soll sich der Sippling noch mit Liedern am abendlichen Lagerfeuer abquälen, wenn Rihanna & Co. auf dem MP3-Player viel besser klingt? Wozu noch mit der Gruppe auseinandersetzen, wenn ich mit meinen Freunden um die ganze Welt SMS schreiben kann?

Jeder Luxus, den wir zurücklassen, macht uns den nächsten Schritt zu uns selbst leichter.

Die heutige Fahrt ist in der Durchführung das Problem. Viele Eltern würden es vielleicht verstehen, wenn wir Handys und andere moderne Sachen zurücklassen, um uns selbst in dieser modernen Welt neu zu entdecken und zu erfahren suchen, was uns der Alltag nicht gestattet. Doch das braucht Zeit und viel Aufklärungsarbeit und unsere schnelllebige Umwelt lässt uns nur wenig davon.

Ein Handy ist nicht der Teufel, ein voller Terminkalender und ängstliche Eltern gab es schon seitdem die Welt sich dreht. Aber es gab einen Grund dafür, warum wir nicht mit all unserem Besitz auf Fahrt gehen und jeder überflüssige Luxus, den wir zurücklassen, macht uns den nächsten Schritt zu uns selbst leichter.

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