Alte und neue Freundschaften in einem fremden Land

Die Vaganten in Kasachstan. Die Hauptstädte Moskau und Astana besichtigen, Beschbarmak und Kumys kosten, alte und neue Freunde bei kasachischen Pfadfindern treffen: Der Stamm Vaganten hat sich auf ihrer Sommerfahrt an die Grenze Europas und Asiens gewagt.

von Steffen

Alte Freunde wiedersehen

Ein bisschen aufgeregt waren wir schon, als es am 12. Juli mit dem Flugzeug von Hannover nach Moskau losging. Es stand für insgesamt 20 Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Stamms Vaganten aus Aurich die weiteste Reise des Stammes bevor, die es bisher bei Sommerfahrten gab. Zuvor hat unser Stammesführer Holger versucht, uns möglichst gut auf die Fahrt in eine andere Welt vorzubereiten. Wir haben zum Beispiel gelernt, dass Kasachstan – in der Fläche – der neuntgrößte Staat der Erde ist und dass die Menschen dort kasachisch und russisch sprechen. In Moskau erkundeten wir zunächst gemeinsam mit befreundeten russischen Pfadis für ein paar Tage die Hauptstadt. Dabei wurde der Rote Platz, die Basilius Kathedrale, das Lenin-Mausoleum und der Kreml besichtigt. Auch durften Fahrten in dem weltberühmten U-Bahn-System mit den prunkvollen Bahnhöfen und den längsten Rolltreppen der Welt nicht fehlen.

Danach fuhren wir mit dem Zug weiter nach Kasachstan. Drei Tage waren wir unterwegs, teilweise auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn. Nach der anstrengenden Zugfahrt wurden wir am Bahnhof der Hauptstadt Astana von unserer Partnergruppe „Kasachi“ begrüßt. Diese hatten uns beim BdP-Bundeslager in Birkenfeld kennen kennengelernt und kamen später auch mit nach Aurich, um sich ein Bild von unserem Leben in Ostfriesland zu machen. So haben wir uns sehr darüber gefreut, alte Freunde wieder zu treffen und neue kennen zu lernen. Nicht immer klappte die Verständigung reibungslos, aber mit einem Mix aus Englisch und Deutsch, Händen und Füßen ging es schon irgendwie. Allein Pfadfinder zu sein, das hat uns schnell über alle Grenzen hinweg verbunden, Völkerfreundschaft ganz praktisch.

Eine Stadt im nirgendwo: die Hauptstadt Astana

Ein abwechslungsreiches Programm wurde uns Vaganten von unserer kasachischen Partnergruppe geboten. Vor allem wurden viele moderne Gebäude und Museen in der schnell wachsenden Hauptstadt Astana mitten in der großräumigen Steppenlandschaft besichtigt. Man muss nur fünf Minuten mit dem Auto aus der Stadt herausfahren und sieht nur noch Steppe, ganz schön beeindruckend. Doch wir durften nicht nur anschauen, sondern auch anfassen: Wir eröffneten in Astana offiziell einen neuen Kinderspielplatz eines UNICEF-Kinderdorfes und nahmen danach an einem Fußballspiel gegen eine UNICEF-Jugend-Auswahl teil.

Neue Geschmäcke in der Steppe

Dann nahmen uns unsere kasachischen Freunde für einen zweitägigen Ausflug mit in die Steppe. Im Nichts der Wildnis haben wir dann eine typisch kasachische Jurte aufgebaut und durften traditionelle kasachische Mahlzeiten zubereiten und essen. Das Nationalgericht heißt „Beschbarmak“ und ist eine Art Lasagne mit gekochtem Hammelfleisch. Dazu wurde das Nationalgetränk „Kumys“ (gegorene Stutenmilch) gereicht.

Waisenkindern eine Freude bereiten und Exoten auf dem kasachischen Jamboree

Weiter ging es mit dem Zug zu einem Sommerlager von Waisenkindern. Dort kommen die Waisenkinder der Region zusammen, um den Sommer gemeinsam mit viel Spaß und Programm zu verbringen. Wir freizeiterprobten Vaganten gestalteten das Programm mit, indem wir den Kindern und Jugendlichen typische deutsche Spiele beibrachten. Auch durften wir einen der wohl schönsten Orte Kasachstans bestaunen: Borovoe, direkt an einem See gelegen und idyllisch von Bergen und Wäldern umrahmt. Nach der Besichtigung des Nationalparks ging es dann für die letzte Woche der Reise zum kasachischen Jamboree nach Kostanay. Dort trafen sich alle Pfadfinder aus Kasachstan, außerdem waren internationale Gäste aus Deutschland und Russland anwesend. Wir hatten sogar unsere eigenen Kohten mit, die mit ihrer schwarzen Farbe natürlich für Aufmerksamkeit sorgten.

Mit all diesen Eindrücken kehrten wir nach drei Wochen Abenteuer mit dem Flugzeug von Kostanay über Moskau und Hannover zurück nach Aurich.

Die Fahrt des Stammes „Vaganten“ nach Kasachstan wurde durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes und vielen privaten Spenden unterstützt und so erst ermöglicht.

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